Fast 370.000 ohne Job

Arbeitslosigkeit im Juni um 1,2 Prozent gestiegen

Wirtschaft
01.07.2026 10:51
Porträt von krone.at
Von krone.at

Im Juni ist die Arbeitslosigkeit erneut gestiegen. Das Plus betrug im Vergleich zum Vorjahresmonat 1,2 Prozent. Der Anstieg betreffe alle Altersgruppen außer Jugendliche, teilte das Arbeitsministerium am Mittwoch mit. Die Lage sei „weiterhin herausfordernd“.

Fast 370.000 Menschen waren im Juni beim Arbeitsmarktservice (AMS) registriert. In diese Zahl sind auch jene eingerechnet, die an einer Schulung teilgenommen haben. Damit lag die Arbeitslosenquote bei 6,9 Prozent. Gestiegen sind die Langzeitarbeitslosigkeit (Plus von 12,7 Prozent), sprich die Zahl der Menschen, die seit mindestens einem Jahr beim AMS vorgemerkt ist, sowie die Arbeitslosigkeit von Personen mit ausländischer Staatsbürgerschaft (0,4 %), von Frauen (5,9 %), Akademikerinnen und Akademikern (11,5 %) sowie Menschen mit Behinderungen (14,2 %).

Jugendliche waren hingegen eine Spur weniger arbeitslos als noch vor einem Jahr (Minus von 0,7 Prozent). Gleichzeitig ist aber die Zahl der offenen Lehrstellen gesunken. „(...) Mit dem Ende des Schuljahres stehen weiterhin zu viele Jugendliche und junge Erwachsene ohne Lehrstellen da. Die Lehrstellenlücke bleibt hoch und besonders in Wien wird die Situation zunehmend gravierender, da die Zahl der betrieblichen Lehrstellen kontinuierlich sinkt“, sagte Renate Anderl, Präsidentin der Arbeiterkammer.

So hat sich die Arbeitslosigkeit der einzelnen Gruppen im Vergleich zum Vorjahr verändert:

Das Balkendiagramm zeigt die Veränderung der Arbeitslosigkeit in Österreich im Juni 2026 gegenüber dem Vorjahr. Insgesamt stieg die Zahl der Arbeitslosen um 1,2 %. Bei Frauen gab es einen Anstieg von 5,1 % und bei Inländern von 3,7 %. Die Zahl der offenen Stellen sank um 4,5 %. Quelle: AMS.

Überbetriebliche Lehre gewinnt an Bedeutung
Arbeits- und Sozialministerin Korinna Schumann (SPÖ) wies in einer Aussendung auf die Überbetriebliche Lehre hin, die im Vergleich zum Vorjahr derzeit 4,2 Prozent mehr Jugendliche machen würden. Diese läuft über das AMS und richtet sich zum Beispiel an jene, die trotz Bemühungen keine Lehrstelle finden oder eine betriebliche Lehre abgebrochen haben. „Die Überbetriebliche Lehre ist ein unverzichtbares Instrument, um Jugendlichen eine fundierte Berufsausbildung zu garantieren und ihnen einen erfolgreichen Start in ihre berufliche Zukunft zu ermöglichen“, sagte Schumann.

Die Zahl der sofort verfügbaren offenen Stellen ist im Vergleich zum Vorjahr insgesamt um 4,5 Prozent zurückgegangen.

So sieht es bei den einzelnen Branchen aus
Im Bundesländervergleich hat sich die Zahl der Arbeitslosen vor allem in Niederösterreich (4,8 %), in der Steiermark (3,9 %) und in Tirol (3,4 %) erhöht. Nach Branchen betrachtet entfiel der größte Zuwachs mit 11,8 Prozent auf das Gesundheits- und Sozialwesen, gefolgt vom Handel mit einem Anstieg um 4,4 Prozent.

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