Ganze Wohnblöcke sind zusammengestürzt wie die New Yorker Zwillingstürme nach dem Terroranschlag. Der Tod wütete besonders in den Sozialsiedlungen (für treue Genossen) der selbst ernannten Volksbeglücker Hugo Chávez und Nicolás Maduro. Die Trümmer zeigen Pfusch und Baumängel, wohin man blickt.
Ein alter Spruch sagt: Nichts deckt die Korruption eines Landes so sehr auf wie ein Erdbeben.
Wieso können in Taiwan, das regelmäßig von schweren Erdbeben der Venezuela-Stärke erschüttert wird, Atomkraftwerke unbeschadet laufen? (Im 101 Stockwerke hohen Turm von Taipei schwingt ein Riesenpendel die Bebenwellen aus.)
Im klassischen Erdbebenland Iran (vormals Persien) sitzen die historischen Kuppeln auf Holzziegeln – jahrhundertelang unbeschadet.
Weshalb sind die Erdbeben gleicher Stärke in der Türkei so verheerend? Die Bauvorschriften sind da, aber sie werden von den Baulöwen ignoriert. Diese wissen, dass vor Wahlen eine Amnestie der Regierung winkt: Schwamm drüber.
In China stürzen bei Erdbeben als Erstes Schulen und Gebäude sozialer Einrichtungen zusammen. Staatschef Xi Jinping weiß schon, warum er so rigoros gegen Korruption vorgeht.
In Italien kommen Wiederaufbauprogramme nach Erdbeben oft Jahrzehnte nicht voran. Woran das wohl liegt?
Erdbeben entblößen die herrschenden Kräfte. Da gibt es keine Ausreden mehr.
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