Die Verharmloser geben nicht auf: Nicht der Klimawandel, sondern ein Wetterphänomen namens „Omega-Lage“ sei schuld an dem Hitze-Dom über Europa gewesen – der nächste kommt in zehn Tagen. Dabei strömt Luft aus der Sahara weit nach Norden und bleibt in einer Buchstaben-O-Blase gefangen.
Mit Verlaub: Genau diese wachsende Häufigkeit, die Zeitspanne der Dauer, die Aggressivität dieses Wetterphänomens sind Folge des Klimawandels! Europa erhitzt sich doppelt so stark wie der Weltdurchschnitt, und das seit dem Beginn der industriellen Revolution vor 200 Jahren. Früher wandelte sich das Weltklima in Jahrtausend-Intervallen.
Südlich der Alpen wundert man sich über die Aufregung in unseren Breiten durch die hohen Temperaturen: Hitzenotstand in den Spitälern und Seniorenheimen, Hitzeschäden an der Infrastruktur. In den Südländern ist man hohe Temperaturen gewöhnt und hat den Lebensrhythmus und die Bauvorschriften entsprechend angepasst.
Wir waren unerfahren, sind ohne Hitzeschutz und werden schleunigst nachholen müssen. Das wird teuer in Zeiten der knappen Finanzen.
Deutschland ist ein Sonderfall. Dort brechen im wahrsten Sinne des Wortes die jahrelangen Versäumnisse an der Infrastruktur auf. Verbogene Schienen, zerbröselnde Autobahnen, durchgeknallte Transformatoren rütteln hoffentlich auf.
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