Festspiele Reichenau

Frischer Theaterwind zum Jubiläum an der Rax

Kultur
01.07.2026 07:00

Am Mittwoch starten die Festspiele Reichenau mit der Premiere der Operette „Die Fledermaus“ in ihre Jubiläumssaison. Das erfolgreiche Regieduo Nils Strunk und Lukas Schrenk hat den Strauss-Klassiker neu bearbeitet.

Glücklich ist, wer vergisst! Auch wenn bei den Festspielen Reichenau diesen Sommer Johann Strauss’ Operette „Die Fledermaus“ auf dem Spielplan steht, so geht es in der Jubiläumsausgabe des Festivals nicht um das Vergessen, sondern um das Erinnern. Denn genau vor 100 Jahren, im Sommer 1926, wurde das Theater Reichenau in einer ehemaligen Holzschleiferei, der Waissnix-Mühle, mit ebenjenem Werk eröffnet.

Dass die Produktion allzu nostalgisch in die Vergangenheit blickt, ist unwahrscheinlich, hat doch das erfolgreiche Duo Nils Strunk und Lukas Schrenk die Regie der Produktion übernommen.

Die beiden Theatermacher haben zuletzt mit ihren unkonventionell erfrischenden Bearbeitungen von klassischen Stoffen die großen Bühnen Wiens erobert. Das Burgtheater nimmt drei ihrer Produktionen – „Schachnovelle“, „Zauberflöte“ und „Gullivers Reisen“ – ab Herbst wieder auf, auch die Volksoper spielt „Killing Carmen“ wieder.

Neue Zugänge öffnen
Das Konzept der beiden überzeugt: Sie befragen bekannte Stücke neu, ohne sie zu verraten, schreiben eigene Textfassungen, arrangieren die Musik um und öffnen neue Zugänge.

„Die Fledermaus“

Die Fledermaus ist im Großen Saal des Theaters Reichenau zu sehen. Es spielen unter anderem Raphael von Bargen, Eva Mayer, Julia Edtmeier, Sebastian Wendelin.

Das Regieduo Nils Strunk & Lukas Schrenk hat das Stück bearbeitet und versetzt es in die „Roaring Twenties“. Termine von 1. Juli bis zum 2. August

Karten unter www.festspiele-reichenau.at

Auch den Strauss-Hit werden sie also nicht museal nacherzählen, sondern bewusst verschieben: Ihre „Fledermaus“ spielt im Wien der 1920er-Jahre, jener schillernden Zwischenkriegszeit, in der Exzess und Unsicherheit eng beieinander liegen. Das wird man in Reichenau auch hören, wenn Swing, Blues und Charleston auf berühmte Walzer-Melodien treffen.

Für Nils Strunk war die Arbeit an der Operette Neuland und Herausforderung. Was schon vor der Premiere feststeht: „Es wird eine Sause und anders klingen als das Original!“

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