Händler in Sorge

Historischer Einbruch lässt US-Automarkt zittern

Ausland
30.06.2026 11:44
Porträt von krone.at
Von krone.at

Bis vor wenigen Jahren wurden in den USA noch rekordverdächtige 17,6 Millionen Autos in einem Jahr verkauft. Jetzt sehen die Prognosen für den Automobilmarkt düster aus. Experten fürchten, dass Verkaufszahlen, die bis vor einiger Zeit noch als Untergrenze galten, womöglich nie mehr erreicht werden können.

Der amerikanische Automarkt droht einzubrechen. Die Gründe dafür sind vielfältig: sinkende Geburtenraten, hohe Autopreise und ein wachsendes Angebot an Alternativen könnten die Verkaufszahlen bis 2040 um mehr als zwei Millionen Einheiten senken, so die Einschätzung von Experten.

Bevölkerungswachstum verlangsamt sich
Laut einer Analyse der Unternehmensberatung Bain & Company habe sich die Automobilindustrie in den USA bislang auf ein jährliches Wachstum von einem Prozent verlassen. Dieses hätte dem Bevölkerungswachstum entsprochen. Globale Statistiken zeigen jedoch, dass sich das Wachstum verlangsamt, manche Länder verzeichnen bereits einen Rückgang. In den USA bekommen Frauen durchschnittlich 1,63 Kinder. Damit liegen die Vereinigten Staaten unter dem Bestandserhaltungsniveau von 2,1 Kindern pro Frau.

Trumps rigorose Einwanderungspolitik dämpft Automarkt
Das niedrigere Bevölkerungswachstum konnte jahrelang durch eine hohe Zuwanderung ausgeglichen werden, so ein Experte. Unter anderem Trumps restriktive Einwanderungspolitik könne jedoch dazu führen, dass die Zahl derer, die in die USA einwandern, in den kommenden Jahren stark sinken wird.

Immer weniger Junge machen den Führerschein
Neben den Bevölkerungszahlen habe sich auch das Verhalten der Amerikaner verändert, schätzen die Analysten. Wegen der hohen Benzinpreise und Inflation steigen besonders junge Menschen auf günstigere Transport-Alternativen um – Während in den 1960er- bis 80er-Jahren noch 70 Prozent der 16-Jährigen einen Führerschein hatten, sei es heute nur mehr rund die Hälfte.

Jene Amerikaner, die sich für dennoch ein Auto entscheiden, müssen dafür tief in die Tasche greifen. Innerhalb der letzten vier Jahre sind die monatlichen Raten für Neuwagen um 30 Prozent gestiegen, wie „CNBC“ berichtet.

„Junge Menschen wollen Autos, können es sich aber nicht leisten“
Das Prognoseunternehmen AutoForecast Solutions geht davon aus, dass die Neuwagenverkäufe in den USA bis zum Jahr 2033 relativ konstant bei rund 16 Millionen bleiben werden. „Wenn man in die Zukunft blickt, werden jüngere Menschen eher Uber nutzen, wenn sie irgendwohin fahren“, glaubt Sam Fiorani, Vizepräsident für globale Fahrzeugprognosen des Unternehmens. „Wir sehen nach wie vor Gruppen junger Menschen, die gerne Auto fahren und sich ein neues Auto wünschen, aber immer weniger können es sich leisten.“

Hochmoderne Technologien müssen auf dem neuesten Stand gehalten werden.
Hochmoderne Technologien müssen auf dem neuesten Stand gehalten werden.(Bild: stock.adobe.com)

Elektroautos und neue Technologien werfen Fragen auf
Die Zukunft der Automobilbranche sei auch wegen sich ständig wandelnden Technologien ungewiss. Experten merken zwar an, dass die Abmelderate von Autos bis 2040 tendenziell sinken könnte, doch durch das vermehrte Aufkommen von E-Autos könnte sich dieser Trend umkehren. Man wisse nicht genug über die Lebensdauer von Batterien. Außerdem ist unklar, wie lange Autohersteller dazu in der Lage sein werden, die für neue Fahrzeuge immer wichtiger werdende Software zu aktualisieren.

„Lebensdauer der Autos entscheidend“
Dabei sei die Lebensdauer laut Fioriani ein wichtiger Aspekt, um die Autobranche auch in Zukunft am Laufen zu halten. Angesichts steigender Preise und günstigerer Alternativen sei es keine Option, dass „jemand, der 50.000 oder 100.000 Dollar ausgibt, erwartet, dass das Auto in weniger als zehn Jahren Schrott ist.“

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