Hitzige Debatte

Frühere Sommerferien? „Das ist kein Wunschkonzert“

Steiermark
30.06.2026 07:00

Die aktuelle Hitzewelle entfacht Diskussionen um einen vorzeitigen Schulschluss. Lehrervertreter Michael Gruber sieht das als pädagogisch nicht sinnvoll. Stattdessen brauche es Grünflächen, Klimaanlagen und Beschattung.

Die Hitze steht, die Köpfe rauchen: Die aktuellen Temperaturrekorde machen die letzten Tage vor den Sommerferien beinahe unerträglich. Geht es nach Bettina Emmerling, NEOS-Bildungsstadträtin in Wien, sollte man die Kinder lieber früher als später ins Freibad schicken. Sie preschte kürzlich mit der Idee vor, die Sommerferien vorzuverlegen, am Montag schloss sich Kärntens Landeshauptmann Daniel Fellner der Idee an.

Michael Gruber, Vertreter für über 11.200 Pflichtschullehrer in der Steiermark, meint, Emmerling sei die Hitze wohl zu Kopf gestiegen. „Aus pädagogischer Sicht ist das keine sinnvolle Idee“ – und das sei das Hauptargument. Die aktuelle Ferienordnung „hat sich bewährt“ und sei an das Arbeitszeitmodell der Lehrer gekoppelt. „Außerdem kann es Ende August oder Anfang September noch genauso warm sein.“

Wenn es eine Studie gibt, die sich aus pädagogischen Gründen für eine Neuordnung der Ferien ausspricht, sind wir gerne gesprächsbereit.

Michael Gruber

Vertreter der steirischen Pflichtschullehrer

In Anbetracht der Hitzewelle scheint auch eine andere Forderung obsolet: die Sommerferien von neun auf sechs Wochen verkürzen, um der teuren Kinderbetreuung zu entkommen. Noch länger im Klassenzimmer schwitzen also. Gruber pocht auch hier auf sachliche Argumente: „Das ist kein Wunschkonzert. Wenn es eine Studie gibt, die sich aus pädagogischen Gründen für eine Neuordnung der Ferien ausspricht, sind wir gerne gesprächsbereit. Bis jetzt wurde uns nichts vorgelegt.“

Er betont: „Die Kinderbetreuung ist nicht Aufgabe der Schule.“ Hier solle man Gemeinden und Vereine bei Angeboten unterstützen. Die tatsächliche Lösung des Problems wäre eine ganz andere: nämlich der Hitzeschutz. „Unsere Schulen brauchen dringend Grünflächen, Lüftungssysteme und Außenbeschattung.“ Das sieht die Elternvertretung ganz gleich.

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