Gleisverwerfungen

Die Rekord-Hitze legte Bahnstrecken in OÖ lahm

Oberösterreich
30.06.2026 08:00

Bahn fahren, Nerven sparen – zumindest bei hohen Temperaturen stimmt das eher nicht, wie sich am Sonntag auf zwei Strecken in Oberösterreich zeigte. Die Gleisverwerfungen dauerten ein bis zwei Stunden lang. Aufgrund der extrem hohen Temperaturen hatte sich das Material ausgedehnt.

Die extreme Hitze macht nicht nur Mensch und Natur zu schaffen, sondern auch der Bahn: „Wir hatten in Oberösterreich am Sonntag in drei Abschnitten Streckenunterbrechungen aufgrund von Gleisverwerfungen. Wobei die Strecken aber in einem relativ kurzen Zeitraum – nach ein bis zwei Stunden – wieder freigegeben werden konnten“, sagt ÖBB-Pressesprecher Christopher Seif auf „Krone“-Anfrage. Konkret betroffen waren die Innkreis- und die Summerauerbahn.

Diese Strecken waren betroffen
Im Innviertel sah es so aus: Streckenunterbrechung zwischen Neumarkt-Kallham und Pram-Haag knapp vor 12 Uhr, ab 13 Uhr war wieder ein uneingeschränkter Betrieb möglich. Außerdem Streckenunterbrechung zwischen Gurten und Ried im Innkreis knapp vor 19 Uhr. Ab 19.52 Uhr konnten die Züge mit reduzierter Geschwindigkeit wieder fahren. Zwischen Ried im Innkreis und Braunau fuhr ein Schienenersatzverkehr.

Im Mühlviertel musste hitzebedingt knapp vor 17 Uhr die Strecke zwischen Lungitz und Gaisbach-Wartberg gesperrt werden. Ab 18.39 Uhr war eine Weiterfahrt im Schneckentempo möglich.

Zitat Icon

Die ÖBB investieren laufend in Maßnahmen zur Erhöhung der Hitzebeständigkeit des Schienennetzes.

ÖBB-Sprecher Christopher Seif

Und dann gab es auch noch eine Fahrzeugstörung
Das war nicht alles: Eine Fahrzeugstörung bei einem REX legte zwischen 19.36 Uhr und 20.59 Uhr auch noch die Pyhrnstrecke lahm. Doch wie entstehen Gleisverwerfungen? Weil das Gleis fast zur Gänze lückenlos verschweißt ist, entstehen bei hohen Temperaturen aufgrund der Materialausdehnung Druckspannungen im Gleis. Diese müssen durch Schwellen und das Schotterbett ausgeglichen werden. Kommt es zu ca. 60 Grad Celsius Schienentemperatur, kann sich das Gleis in diesem Bereich verwerfen, erklärt Bahn-Sprecher Christopher Seif die heiße Schiene.

„Krone“-Kommentar
„Im Sommer ist es halt heiß“

Da sitzt man im Schatten, versucht sich so wenig zu bewegen, dass fast der Atem stillsteht – dennoch sucht sich ein Schweißtropfen den Weg nach unten.

(Bild: Krone KREATIV/Alexander Schwarzl, Markus Wenzel)

Und dann, am Wochenende, in trauter Runde, war es wieder so weit: Ein Senior sinnierte stilsicher über den seiner Meinung nach nicht existenten Klimawandel mit einem Klassikersatz: „Ja, im Sommer ist es halt heiß.“

Da wird zwar eine langfristige Entwicklung negiert, aber bequem ist so eine Geisteshaltung doch. Warum etwas am eigenen Verhalten ändern, wenn sich eh nichts verändert? Die Titanic konnte ja bekanntlich auch nicht sinken.

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