Klassik boomt! Mehr als 1000 Besucherinnen und Besucher kamen, um Gustav Mahlers Dritte Symphonie am Ort ihrer Entstehung zu hören. Gut warm, aber grandios – so bilanziert die „Krone“ das einzigartige Konzert des Bruckner Orchesters Linz, für das Steinbach am Attersee sogar Klimageräte bereit stellte.
Es galt als Herausforderung: Am Hitzerekord-Wochenende ein Konzert in einer Halle zu machen, konnte von der Attersee-Gemeinde Steinbach dennoch gemeistert werden. Kurzfristig wurden Mega-Klimageräte aufgetrieben, die die Temperatur in der Halle erträglich machten, wir haben darüber berichtet. Und: es hat sich ausgezahlt.
Gustav Mahlers Dritte Symphonie, die längste der Musikgeschichte, ist ein bombastisches Werk, das der Schöpfung gewidmet ist. 140 Jahre nach ihrer Entstehung begeisterte sie am originalen Entstehungsort – eben in Steinbach am Attersee.
An die 200 Musikerinnen und Musiker auf der Bühne
Die vom Komponisten geforderte Besetzung wurde mehr als erfüllt. Das Bruckner Orchester, die Damen des Hard-Chors und des Jeunesse-Chors, der Knabenchor des Landestheaters sowie die Solistin Wiebke Lehmkuhl gestalteten ein Konzert, das in die Musikgeschichte eingehen könnte.
Musik live mit großen Gefühlen
Pauken und Trompeten kündigen lautstark das Erwachen der göttlichen Schöpfung an. In der kompositorischen Allmacht eines Genies, das alle Ecken auslotet und sich um keine Grenzen schert, wächst die Schöpfung musikalisch in ungeahnter Vielfalt. Vom ohrenbetäubenden Überschwang bis zum kaum spürbaren vierfachen Pianissimo lassen die Stufen der Menschheit Gänsehaut entstehen und rühren zu Tränen.
Mahler, Poschner und das Bruckner Orchester bilden eine untrennbare Symbiose. Die große Geste, aber auch die kleinste Bewegung, selbst ein leichtes Lächeln – jeder Blick, jede noch so kleine Bewegung wird im selben Moment zur Musik.
100 Minuten Spieldauer forderten Orchester und Dirigent aufs Äußerste. Die Temperaturen in der Steinbach-Halle brachten Publikum und Musiker ins Schwitzen. Die Hitze galt bereits in der Vorbereitung des Jahrhundertkonzerts als große Herausforderung. Der Veranstalter – die Gemeinde Steinbach – konnte die Halle mit Klimageräten herunterkühlen. Erst kurz vor Konzertbeginn begann der Einlass, außerdem sorgte eine dichte Meile an „Standln“ vor der Halle für Erfrischungsgetränke.
Die Mühe hat sich ausgezahlt
Poschners Hemd war durchtränkt, doch kaum jemand spürte noch die Hitze in der Halle, die nun zwar gut gekühlt, aber dennoch warm genug war. Das Bruckner Orchester ließ Mahlers musikalisches Universum in jeder Sekunde lebendig werden, ließ das Publikum mitleben, leiden und lieben. Betörend hielt es in jedem Moment die Spannung. Orchester und Dirigent waren beseelt vom monumentalen Werk – und übertrugen diese Begeisterung auf das Publikum. Ein herrliches Erlebnis, Ovationen im Stehen.
Mit über 1.000 Konzertgästen in der restlos ausverkauften Steinbach-Halle – und damit mehr Menschen, als Steinbach am Attersee Einwohner zählt – fand das 10. Gustav-Mahler-Festival einen glanzvollen Abschluss.
Blick in die Zukunft
Das 11. Gustav-Mahler-Festival findet von 30. Juni bis 4. Juli 2027 unter dem Motto „Mahlers Beethoven“ statt.
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