Nach der Flaschenattacke am Linzer Hauptbahnhof ist die Sicherheitsdebatte neu entbrannt. Die ÖVP fordert einmal mehr ein Alkoholverbot am Bahnhofsvorplatz und erhöht den Druck auf Sicherheitsstadtrat Michael Raml. Der zeigt sich zwar grundsätzlich offen, hält ein Verbot allein aber für den falschen Weg – und bringt stattdessen eine andere Maßnahme ins Spiel.
Wer am Hauptbahnhof unterwegs ist, kennt die Bilder: Gruppen mit Bierdosen auf den Bänken, lautstarke Auseinandersetzungen bis hin zu Raufereien. Für viele Pendler gehört ein mulmiges Gefühl inzwischen zum Alltag.
Antrag seit 2023 im Ausschuss
Nach der brutalen Flaschenattacke auf eine 26-Jährige flammt die Debatte nun erneut auf – und wird schärfer als je zuvor. Die Linzer VP sieht den jüngsten Gewaltausbruch als endgültigen Weckruf und fordert einmal mehr ein Alkoholverbot am Bahnhofsvorplatz. Der Antrag liege bereits seit September 2023 im Sicherheitsausschuss, passiert sei seither nichts. Gemeinderat Mario Hofer macht FP-Sicherheitsstadtrat Michael Raml deshalb schwere Vorwürfe.
„Wie viele Gewalttaten müssen noch passieren?“
„Eine Frau wird mitten am Tag mit einer Glasflasche im Gesicht verletzt. Wie viele Gewalttaten müssen noch passieren, bis endlich gehandelt wird?“, fragt Hofer. Für ihn soll das Verbot den gesamten Bahnhofsvorplatz samt angrenzendem Park umfassen, Gastgärten und Lokale wären ausgenommen. Im Gespräch mit der „Krone“ sagt Raml: „Auch ich bin grundsätzlich nicht abgeneigt, wenn es um ein Alkoholverbot geht.“ Doch genau hier setzt seine Kritik an der ÖVP an. Ein einfaches Verbot greife seiner Ansicht nach viel zu kurz.
Generelles Alk-Verbot würde alle treffen
„Einerseits gibt es den Verdrängungseffekt. Wahrscheinlich würde das Klientel Richtung südliche Landstraße abwandern. Andererseits stellt sich die Vollzugsthematik. Wenn ich es verordne, ist dafür der Ordnungsdienst zuständig und nicht die Polizei.“ Der FP-Stadtrat sieht noch ein weiteres Problem: Ein generelles Alkoholverbot würde alle treffen. „Wenn ein Tourist im Park vor dem Bahnhof oder ein Fußballfan etwas trinkt, würden sofort Strafen fällig.“
Polizei mit deutlich mehr Möglichkeiten
Der Freiheitliche bringt deshalb eine andere Lösung ins Spiel. Er fordert eine von der Landespolizeidirektion verordnete Schutzzone nach dem Vorbild des Krempl-Hochhauses. „Dann ist nicht nur die Polizeiinspektion am Bahnhof für den Vollzug zuständig, sondern es betrifft auch nicht nur Alkoholdelikte, sondern alle anderen vorherrschenden Probleme am Bahnhofsvorplatz.“ Die Polizei hätte dadurch deutlich mehr Möglichkeiten, gegen Problemgruppen und Straftäter vorzugehen.
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