Nach FPÖ-Kickl-Sager

ÖVP verhindert Kampagne gegen „gsunde Watschn“

Oberösterreich
29.06.2026 11:20

Im Linzer Bierzelt hatte FPÖ-Chef Herbert Kickl mit der Rückkehr der Züchtigung renitenter Schüler geliebäugelt – und dafür im Oö. Landtag parteiübergreifend Kritik geerntet, auch von der ÖVP. Das Ansinnen der SPÖ, eine Kampagne für gewaltfreie Erziehung zu lancieren, lehnte die Landeshauptmann-Partei nun aber ab.

Die Hoffnung der SPÖ war durchaus berechtigt: In der Landtagssitzung am 11. Juni hatte ÖVP-Abgeordnete Regina Aspalter die Begeisterung von FPÖ-Chef Herbert Kickl für die „gute alte Zeit“ scharf kritisiert. „Wir als christlich-soziale Partei finden diese Aussage zum Fremdschämen“, sagte sie in Richtung FPÖ-Fraktion. Der Applaus aller Abgeordneten, mit Ausnahme jener der FPÖ, war ihr sicher. 

SPÖ-Antrag im Ausschuss abgelehnt
Die Ablehnung gegen die Rückkehr von körperlicher Züchtigung von Schülern in eine landesweite Kampagne für gewaltfreie Erziehung zu gießen, ging der ÖVP dann aber offenbar zu weit. Ein entsprechender Antrag der SPÖ wurde zuletzt im zuständigen Ausschuss diskutiert – und von der schwarz-blauen Mehrheit abgelehnt. 

„...ein bisserl nachgeholfen“
„Es ist enttäuschend, dass die ÖVP zwar öffentlich Kickls Verharmlosung von Gewalt gegen Kinder verurteilt, aber im entscheidenden Moment die Koalitionstreue zu (FPÖ-OÖ-Chef Manfred, Anm.) Haimbuchner höher wiegt als ein klares Bekenntnis zum Kinderschutz“, meint SPÖ-Klubchefin Sabine Engleitner-Neu. Kickl hatte bei seiner Bierzelt-Rede in Linz am 1. Mai – untermalt durch eine eindeutige Handbewegung – wörtlich gesagt: „Wenn sie (die Schüler, Anm.) nicht gespurt haben, dann hat ein Lehrer, der noch eine Respektsperson gewesen ist, ein bisserl nachgeholfen – und das hat niemandem geschadet.“

Engleitner-Neu nimmt dafür nun auch die ÖVP in die Pflicht: „Wer Ohrfeigen als nostalgisches Erziehungsmittel verharmlost, greift das Recht jedes Kindes auf eine gewaltfreie Kindheit an, und wer das nicht entschlossen bekämpft, macht sich mitschuldig an dieser Verharmlosung.“

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