Panik in Hauptstadt

Horror-Schlangen: Moskauer betteln um Benzin

Außenpolitik
30.06.2026 16:21

Die Treibstoffkrise in Russland ist in Moskau angekommen. Viele Tankstellen sind geschlossen, die geöffneten auf einen Blick aus der Ferne zu erspähen: Denn dort bilden sich lange Staus.

Steht das größte Land der Welt vor dem Zusammenbruch? Einige Indikatoren weisen zumindest darauf hin, sind sich die unabhängigen russischsprachigen Medien einig. Die Ukraine trifft die Russen immer tiefer im Land und genau dort, wo es wehtut. Mittlerweile fiel die Raffinerieproduktion auf einen mehrjährigen Tiefstand, gleichzeitig werden hohe Rohstoffexportvolumen verzeichnet. Selbst den grundsätzlich sehr leiderprobten Russen wird in dieser Situation angst und bange.

Schon seit geraumer Zeit sind Benzin-Engpässe aus anderen Regionen bekannt. Doch dass auch die Privilegierteren aus der Hauptstadt zum Handkuss kommen, ist dort niemandem mehr zu erklären. Immerhin hatte ihnen der Kreml stets versprochen, Moskau werde der Krieg nicht treffen. Widerstand soll durch drohende Repressalien im Keim erstickt werden. Tankstellenmitarbeiter warnen, man dürfe die Missstände nicht fotografisch festhalten. Ein Korrespondent von „Bereg“, einer Vereinigung unabhängiger Journalisten, war dennoch so mutig.

Viele sind einfach nur noch genervt.
Viele sind einfach nur noch genervt.(Bild: „Bereg)

Staatsmedien wollen von dem Chaos nichts wissen
Die von dem Journalisten aufgenommenen Bilder untermauern die Härte der gegenwärtigen Situation. An allen geöffneten Tankstellen in Moskau ist der Andrang riesig – außer bei jenen, wo nur Diesel erhältlich ist. Selbst wenn die Tankstellen schließen, bleiben die Lenker in der Schlange stehen. Ein Weiterkommen gibt es ohnehin nicht mehr. Unter den Wartenden werden Beschwerden laut, die russischen Nachrichten würden die Krise in der Metropole vertuschen.

Selbst Putin ließ kurz seine Maske fallen
Dabei musste Kremlchef Wladimir Putin am Sonntag bereits bei einer Sitzung mit Leitern führender Energieunternehmen ein „Benzin-Defizit“ einräumen: „Sie wissen ja gut, dass die Probleme sowohl für Autofahrer als auch für die Unternehmen weiterhin bestehen. Leider gibt es auch an den Tankstellen noch Schlangen. Und die richtige Benzinsorte ist jetzt auch nicht immer zu finden.“

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