Ein 15-jähriger Vorarlberger wollte zwei Mädchen das Fürchten lehren. Was ihm am Ende eine Gerichtsverhandlung wegen gefährlicher Drohung, Nötigung und Körperverletzung einbrachte.
Noch bei der Polizei hatte er cool auf stur geschaltet – acht Monate später sitzt ein 15-Jähriger am Dienstag aufgeräumt vor Jugendrichterin Sabrina Tagwercher am Landesgericht Feldkirch und gesteht reumütig sein Fehlverhalten. Der Auslöser der Angelegenheit: Zwei Mitschülerinnen waren im Jänner in Feldkirch mit seiner Schwester in einen Konflikt geraten.
„Wollte Schwester beschützen“
Als das Mädchen ihrem Bruder davon erzählte, sah der Bursche rot. Über Snapchat drohte er den beiden Mobberinnen, sie „abzustechen“. Einen Monat später legte er über WhatsApp nach und kündigte weiteres Unheil an. Im Gerichtssaal gesteht der Teenager alles – seine Erklärung klingt fast schon rührend simpel: „Er habe halt seine Schwester beschützen wollen.“
Dass die Nachrichten ziemlich daneben waren, sieht er mittlerweile ein. Auch den Vorwurf, im Schulbus absichtlich am Schulranzen eines Opfers gezogen zu haben – wodurch sich das Mädchen beim Balancieren den Kopf anschlug – bestreitet er nicht.
Ich schäme mich dafür und schwöre, dass so etwas auch nie wieder vorkommt.
Der Jugendliche beim Prozess
Entschuldigungen vor Gericht
Nur die Verantwortung will er nicht ganz übernehmen: „Das sei nur zum Spaß gewesen und ganz normal unter Schülern. Für die Beule bin ich aber nicht verantwortlich.“ Der Höhepunkt des Prozesses: Der bislang unbescholtene Bursche bittet die beiden Mädchen persönlich um Entschuldigung. Fast kindlich nestelnd steht er ihnen gegenüber: „Ich schäme mich dafür und schwöre, dass so etwas auch nie wieder vorkommt.“
Doch auch die Opfer kommen nicht ganz ungeschoren davon. Die Richterin mahnt: „Dass Sie beide an der Sache nicht ganz unschuldig sind, ist Ihnen sicher bewusst. Auch für Sie gilt in Zukunft ein respektvoller Umgang anderen gegenüber.“ Der Tatausgleich ist erfüllt – der Prozess eingestellt.
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