Kiew trifft ins Herz
Sprit in Russland wird knapp: Staus an Tankstellen
Die massiven Drohnenangriffe der Ukraine auf die russische Ölindustrie treffen jetzt direkt die Bevölkerung. In weiten Teilen Russlands muss Treibstoff rationiert werden, vor Tankstellen bilden sich lange Schlange. Das Regime stellt sich bereits darauf ein, dass sich die Krise noch verschlimmert ...
Mit präzisen Drohnenattacken versetzt die Ukraine dem russischen Regime einen Schlag nach dem anderen – zuletzt in Moskau, dem Herz Russlands. Die Auswirkungen sind verheerend. Nicht nur für das Kreml-Narrativ, dass man bei der „militärischen Spezialoperation“ gegen die Ukraine gewinne, sondern auch für die russische Ölindustrie.
Bis Ende Mai mussten praktisch alle großen Erdölraffinerien im Zentrum Russlands ihren Betrieb entweder einschränken oder ganz einstellen, so die Nachrichtenagentur Reuters. Jetzt spürt auch die Bevölkerung die Folgen der systematischen Drohnenangriffe.
Sprit rationiert, Preise massiv gestiegen
In 53 Regionen Russlands wird die Abgabe von Treibstoff für Privatfahrzeuge bereits eingeschränkt. Teilweise werden pro Auto nicht mehr als 50 Liter abgegeben, teilweise haben große Tankstellenketten den Kauf von Benzin in Kanistern verboten. Tatneft, einer der größten Mineralölkonzerne Russlands, hat bei all seinen Tankstellen eine Rationierung verhängt. Zugleich stiegen die Spritpreise massiv, bei Diesel sogar um 40 Prozent.
Beschränkungen gibt es auch in den Gebieten, die Russland besetzt hält. Auf der Halbinsel Krim, deren Versorgungslinien die Ukraine systematisch unter Feuer nimmt, ist die Situation besonders dramatisch. In dem bei Russen sehr beliebten Urlaubsgebiet wurde Treibstoff schon Ende Mai rationiert.
Als Reaktion auf die Probleme stornierten Russen ihre Urlaube massenhaft. Einige Hotels versuchten laut Medienberichten gegenzusteuern, indem sie Gratis-Benzin als Bonus für Neubuchungen boten. Am 12. Juni, dem russischen Nationalfeiertag und Start der Hauptsaison, bildeten sich vor den Tankstellen auf der annektierten Halbinsel lange Autoschlangen.
Kilometerlange Schlangen vor Tankstellen
Jetzt gibt es solche Bilder auch aus Russland selbst. Ein Video zeigt einen kilometerlangen Stau auf der Autobahn zwischen Moskau und St. Petersburg. Die Autofahrer warten vor einer Tankstelle, um vollzutanken. „Schrecklich. Ich hätte nicht gedacht, dass diese Schwierigkeiten uns betreffen“, kommentiert der Mann, der die Szene filmt (siehe Video unten).
Staatsbahn setzt Taskforce ein
Das Regime reagiert mit Notmaßnahmen: Angesichts der Krise hat die russische Staatsbahn am Mittwoch eine Taskforce eingesetzt, wie die „Moscow Times“ berichtet. Sie soll eine stetige Versorgung mit Erdölprodukten aufrechterhalten und dabei das „volatile operative Umfeld“ bewältigen, ein gängiger Euphemismus russischer Beamter für die Folgen der ukrainischen Angriffe.
Vergangene Woche räumte das russische Energieministerium zum ersten Mal ein, dass die ukrainischen Angriffe für die „Schwierigkeiten“ bei der Treibstoffversorgung verantwortlich sind.










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