In den Startlöchern

Hitze, Trockenheit: Weinlese so früh wie noch nie

Burgenland
19.08.2026 06:00

So früh wie noch nie geht für unsere Winzer die wohl wichtigste Arbeit an den Rebstöcken los. Hitze und Trockenheit haben in ganz Europa die Traubenreife extrem beschleunigt.

Voller Begeisterung wird ab Mittwoch zu den Wein- und Genusstagen nach Eisenstadt geblickt, die gegen 17.30 Uhr traditionsgemäß von der Trachtenkapelle Donnerskirchen vor dem Schloss Esterházy eröffnet werden. Nach dem vinophilen Schlussakkord am Sonntag laufen in vielen Winzerbetrieben bereits die Vorbereitungen für die Lese voll an – so früh wie niemals zuvor!

„Echte Herausforderung“
Die vergangenen zwölf Monate waren die trockensten der 176 Jahre Messgeschichte. Dazu kommt ein nahezu durchgehendes Niederschlagsdefizit, das seit Februar im Burgenland vorherrscht. Die Regenmenge ist um fast die Hälfte ihres üblichen Wertes gesunken. Eine schwierige Ausgangslage für die pannonischen Winzer: „Der Jahrgang 2026 ist eine echte Herausforderung“, lautet der Tenor quer durch die regionalen Anbaugebiete.

Wetter drückt Rebensaft seinen Stempel auf
„Die außergewöhnliche Hitze dieses Sommers allein stellt kein Problem für den Weinbau dar. Aber die Kombination aus vielen Tagen mit extrem hohen Temperaturen, fehlenden Niederschlägen und lang anhaltender Trockenheit macht 2026 zu einem Ausnahmejahr“, hält Wein-Burgenland-Obmann Herbert Oschep fest. Wie sich bereits abschätzen lässt, haben die Trauben die Hitzeperiode gut überstanden. Dennoch müssen die Winzer je nach Gebiet mit einem deutlichen Minus rechnen.

Zitat Icon

Das Jahr ist schwierig, das größte Lob gilt unseren Winzern. Hervorragende Weine krönen am Ende des Tages ihre harte Arbeit.

Herbert Oschep, Wein Burgenland

Erwartet wird, dass die Dürre den Ertrag im Vergleich zur Saison 2025 um 20 bis 30 Prozent schrumpfen lässt. Ein treffsicheres Urteil über die Qualität wäre hingegen verfrüht. „Den letzten Schliff bekommt der neue Jahrgang erst jetzt. Die Wochen vor der Lese, die heuer um 14 Tage früher beginnt als bisher, sind die entscheidenden“, sagt Oschep. Ein ähnliches Bild bietet sich in weiten Teilen Europas. Viele Anbauregionen melden den frühesten Erntetermin seit Beginn der historischen Aufzeichnungen.

Winzer machen sich voll motiviert an die Arbeit
„Meine Weingärten haben die Hitze und Trockenheit gut weggesteckt. Die Trauben haben jetzt noch Zeit, vollständig zu reifen“, berichtet ein Rotweinwinzer aus Horitschon stellvertretend für die meisten seiner Kollegen. Er will Anfang September die Lese starten. Dann liegt der ganze Fokus auf Ernte und die Arbeiten im Weinkeller. 

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