Ein Südburgenländer (40) manipulierte über einen langen Zeitraum Krankmeldungen und schädigte dadurch den Arbeitgeber. Der hat ihm zuliebe die Spendierhosen an.
Ist Ihnen die „Sendung mit der Maus“ ein Begriff? Dort wurden Berufe vorgestellt, beginnend mit: „Das ist X. X ist Y.“
Also nennen wir ihn Georg. Georg ist Vorarbeiter. Georg liebt die Nachtschicht. Georgs tägliche Arbeitswelt bewegt sich zwischen 21.45 und 6.15 Uhr. Georg ist glücklich. Georg möchte es irgendwann zum Meister schaffen.
Und dann kommt es zu einem Wechsel an der Führungsspitze.
Verlorene Arbeitslaune
„Ich musste Tageschichten machen. Irgendwelche Leute einschulen. Hinter denen stehen und zuschauen und erkennen, dass sie nichts können. Ich habe die Arbeitslaune verloren“, sagt Georg beim Prozess am Landesgericht Eisenstadt, wo er angeklagt ist, das Unternehmen zwischen 5. November 2025 und 18. März dieses Jahres um 19.928,23 Euro am Vermögen geschädigt zu haben. In diesem Zeitraum war er „höchstens viermal“ an seinem Arbeitsplatz.
Und so hat er’s gemacht:
Hallo, Herr Hausarzt?!
Er war tatsächlich darnieder. Sein Sohn war es auch. Der Hausarzt stellte Krankmeldungen aus. „Und die habe ich dann halt immer wieder verwendet.“ Der Mann druckte ein neues Datum und schnitt es mit der Schere aus. Pickte es auf die ursprüngliche Krankmeldung. Machte ein verwackeltes Foto. Schickte es in die Firmen-What’s-App-Gruppe. Abwechselnd war er krank, dann musste er sich im Sinne einer „Pflegefreistellung“ um den Buben kümmern. Er hatte seine heilige Ruhe, bis irgendwer vom Konzern beim Hausarzt nachfragte.
Die Firma schluckt
„Schuldiger und reumütiger als mein Mandant kann man sich nicht bekennen“, sagt Anwalt Gerhard Ederer. „So etwas kommt so gut wie nie vor.“ Der Südburgenländer nimmt die zehn Monate Haft auf Bewährung demütig an. Und die 19.928,23 Euro, die er zu Unrecht bezogen hat? „Wir haben das intern besprochen. Er hat mehrere Kinder. Wir schlucken das“, sagt der Jurist des Arbeitgebers.
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