So glühte Wien in der Hitze der Rekorde: Volle Bäder, Schienen verzogen sich – und ein Bankomat hitzte sich auf 54 Grad auf. Da verbrennt man sich die Finger.
So heiß war es immer schon? Zumindest die Aufzeichnungen sagen etwas anderes: Am Sonntag wurde der Hitze-Rekord aus dem Jahr 2013 geknackt. Wie viele Personen das nicht überlebt haben, ist noch unklar, die Rettung raste gefühlt ununterbrochen durch die Straßen.
„Wird knapp“
Die Wiener kämpften unten verzweifelt gegen die dampfende Glocke von oben an – und flüchteten in Massen in die Bäder, um dort, vielerorts Rücken an Rücken, im Wasser so etwas wie Abkühlung zu ergattern. Der erste Standort, der da vorübergehend w. o. geben musste, war das Brigittenauer Bad: wegen Überfüllung geschlossen. Am Nachmittag hieß es dann an vielen Adressen: „Wird knapp.“
Auch die Öffis stießen schnell an ihre Grenzen. Von den unklimatisierten Sauna-Zügen einmal abgesehen, verzogen sich vielerorts die Schienen: Betroffen waren laut Wiener Linien etwa die Straßenbahnen 25, 26 und 27. Bei den ÖBB-Strecken landesweit sah es ja nicht besser aus.
Dann hitzefrei
War am Sonntagvormittag vergleichsweise noch so etwas wie ein Betrieb feststellbar, wurden die Straßen von Stunde zu Stunde leerer. Der letzte Fiaker wurde in der Innenstadt kurz nach 10 Uhr gesichtet – dann hieß es für die Pferde: hitzefrei. Da zeigte das Thermometer aber schon 34 Grad an.
Überall in der Stadt kam es zu brenzligen Situationen. Dass man sich beim Geldabheben die Finger verbrennen kann, kennen einige vielleicht, am Sonntag war das aber buchstäblich der Fall. Eine „Krone“-Messung bei einem Bankomaten in Döbling ergab 54,1 Grad bei den Tasten.
Und wie geht es weiter? Eine Abkühlung ist erst am Donnerstag in Sicht – mit 28 Grad.
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