Ein Winzer, der mit dem E-Bike die Reihen in seinem Weingarten abfährt... Ein sportlicher Gag? Ganz im Gegenteil!
Die „Goldgelbe Vergilbung“, eine der gefährlichsten Krankheiten bei Weinreben ist im Burgenland angekommen. Es gibt keine Heilung, man kann nur die Überträger der Krankheit – die Amerikanische Rebzikade – bekämpfen. Dort, wo die Krankheit aufgetreten ist, muss gespritzt werden.
Wichtig ist vor allem, die Weingärten im Auge zu behalten. Ist ein Stock befallen, muss er raus. Das ist auch der Grund für die sportliche Aktivität des Winzers. „Seit 14 Tagen fahre ich fast täglich mit dem E-Bike durch die Weingärten und schaue, ob ich symptomatische Stöcke finde. Wenn ich etwas Auffälliges sehe, reagiere ich sofort – ich habe immer eine Rebschere dabei“, erzählt Händler.
Gespritzt hat er Kaliumhydrogencarbonat (ähnlich wie Backpulver) in Verbindung mit einem Benetzungsmittel. Das trocknet die geschlüpften Rebzikaden-Larven aus. „Es wirkt. Wir sind fast Rebzikaden-frei“, zeigt sich Händler zufrieden. Seine und die Sorge vieler anderer Winzer sind allerdings verwilderte und ungepflegte Weingärten in der Umgebung.
Politischer Besuch im Weingarten
Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner (Grüne) machte sich vor Ort ein Bild. Sie versteht die Sorge der Weinbauern. „Die Bekämpfung der Krankheit funktioniert nur, wenn alle Maßnahmen gemeinsam umgesetzt werden. Dazu gehören die Entfernung infizierter Rebstöcke, das Roden verwilderter und ungepflegter Weingärten sowie die Reduzierung des Überträgers, der Amerikanischen Rebzikade“, erklärt sie.
Im Bezirk Eisenstadt-Umgebung wurden bereits 415 betroffene Grundstücke festgestellt, davon 115 allein in St. Margarethen. Bei 35 Grundstücken wurden die notwendigen Maßnahmen bereits umgesetzt – durch Pflege oder Rodung. Weitere Verfahren laufen.
Haider-Wallner betont, dass die Ungeduld vieler Winzer nachvollziehbar sei. Gleichzeitig müssten Behörden rechtssicher vorgehen. „Die Entfernung ungepflegter und verwilderter Weingärten, die nicht weiter bewirtschaftet werden sollen, ist ein zentraler Bestandteil der Bekämpfungsstrategie. Die Last darf nicht ausschließlich bei den bewirtschaftenden Betrieben liegen.“
Händler sieht in der flächendeckenden chemischen Bekämpfung nicht das Allheilmittel. Vielmehr fordert er gezielte Kontrollen und bei Befall rasches Handeln. „Der infizierte Rebstock ist das Problem. Nicht der unbehandelte“, so der Bio-Winzer.
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