Der Untersuchungsausschuss zur „Neuen Eisenstädter“ biegt in die Zielgerade ein. In der kommenden Woche werden die letzten Auskunftspersonen befragt, am 9. Juli endet der U-Ausschuss. Die SPÖ will danach noch im Juli konkrete Reformvorschläge vorlegen, kündigt Klubobmann Roland Fürst an.
Im Mittelpunkt steht dabei das burgenländische Miet-Kauf-Modell. Für zusätzliche politische Brisanz sorgte zuletzt die Absage von Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) als Auskunftsperson. Sein Büro begründete diese mit dem parallel stattfindenden Ministerrat und weiteren Regierungsterminen.
Zugleich bezeichnete das Wirtschaftsministerium den U-Ausschuss als „politische Inszenierung“ und bestritt einen sachlichen Zusammenhang mit den Zuständigkeiten des Ministers. SPÖ-Klubobmann Roland Fürst konterte: „Wer schon absagt, sollte es wenigstens unterlassen, ein demokratisch eingesetztes Kontrollorgan des Landtages schlechtzureden.“ Ungeachtet der politischen Auseinandersetzung will die SPÖ aus den Erkenntnissen des U-Ausschusses gesetzliche Konsequenzen ableiten.
Burgenländisches Modell als Beispiel
Im Mittelpunkt steht dabei das burgenländische Miet-Kauf-Modell. Die Idee: Wer eine Genossenschaftswohnung mietet, soll vom ersten Tag an schrittweise Eigentum erwerben können. Entscheidet sich der Mieter später für den Kauf, sollen nicht die oft deutlich höheren Verkehrswerte, sondern die ursprünglichen Errichtungskosten als Grundlage dienen. Das soll den Weg ins Eigentum erleichtern und vor Preissprüngen schützen. Laut SPÖ stößt dieses Modell mittlerweile auch in anderen Bundesländern auf Interesse. So habe es bereits Gespräche mit der Mietervereinigung Niederösterreich gegeben, weitere sollen folgen.
Dass das Burgenland beim leistbaren Wohnen immer wieder als Vorbild genannt wird, sollen auch aktuelle Zahlen zeigen. Laut Statistik Austria liegen die Mieten hier mit durchschnittlich 7,70 Euro pro Quadratmeter inklusive Betriebskosten unter dem Österreich-Schnitt von 10,20 Euro. Mehr als 70 Prozent aller Mietverhältnisse entfallen auf Genossenschaftswohnungen – österreichweiter Spitzenwert. Eine Hajek-Umfrage vom März 2026 weist zudem eine hohe Zufriedenheit mit der Wohnsituation im Burgenland aus.
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