Gleich mehrere schwere Kletterunfälle ereigneten sich am Samstag in Tirol. Ein Deutscher (74) stürzte ab und verletzte sich. Eine Zeugin sah den Zwischenfall. Eine Einheimische erlitt beim Queren eines Schneefeldes eine Riss-Quetsch-Wunde und musste geborgen werden. Auch ein deutscher Kletterer (29) musste ins Tal gebracht werden.
Ein 74-jähriger Deutscher war alleine auf dem Klettersteig Stuibenfall in Umhausen in Tirol mit der Schwierigkeitsstufe C unterwegs. Im letzten Drittel der Tour passierte gegen Mittag das Missgeschick. Gerade, als der Mann einen Karabiner zum nächsten Fixpunkt umhängen wollte, stolperte er und stürzte ins Seil.
Eine Zeugin sah den Unfall und schlug Alarm. Die Bergrettung stieg zu dem 74-Jährigen auf. Der Mann hatte erhebliche Verletzungen erlitten. Er wurde mittels Tau vom Notarzthubschrauber geborgen und ins Krankenhaus Zams eingeliefert.
Kletterer mit Kreislaufproblemen
Ein weiterer Deutscher (29) hatte in Ebbs bei einer alpinen Mehrseillängentour im Zahmen Kaiser Schwierigkeiten. Er war gemeinsam mit seiner Partnerin (33) gegen 10.40 Uhr aufgebrochen. Die beiden erfahrenen Kletterer stiegen in die anspruchsvolle Route „Bergrettungstour Kufstein“ mit 13 Seillängen und einer Schwierigkeitsbewertung 6+/7- ein.
Ab der achten Seillänge kam Sonnenschein in die Wand und die hohen Temperaturen setzten vor allem dem 29-Jährigen zu. Nach der zehnten Seillänge und einiger „kleiner Stürze“ habe er keine Kraft mehr gehabt und unter Kreislaufproblemen gelitten.
Im folgenden Rettungseinsatz gelangten die Einsatzkräfte der Bergrettung Kufstein zu Fuß zum Ausstieg der Tour.
Die Polizei
Er habe sich deshalb nicht mehr in der Lage gesehen, seine Partnerin zu sichern und setzte kurz nach 18 Uhr den Notruf ab. Zu diesem Zeitpunkt befanden sie sich bereits über 8,5 Stunden in der Wand.
„Im folgenden Rettungseinsatz gelangten die Einsatzkräfte der Bergrettung Kufstein zu Fuß zum Ausstieg der Tour und ein Bergretter seilte sich etwa 50 bis 60 Meter zu den blockierten Kletterern ab“, schildert die Polizei. Von dort wurden sie bis zu 250 Meter zum Wandfuß abgeseilt. Beide Kletterer blieben unverletzt.
Frau verletzte sich bei Schneefeld
Ebenfalls mit einer Bergung endete eine hochalpine Klettertour für eine 26-jährige Einheimische über den Ostgrat auf die Watzespitze auf 3532 Metern. Die Frau war gemeinsam mit drei Bergkameraden unterwegs.
Nach dem Erreichen des Gipfels entschloss sich die Gruppe aufgrund der Witterungsverhältnisse, den Abstieg über den Ostgrat vorzunehmen. „Bei sämtlichen Beteiligten handelt es sich um erfahrene und gleichwertige Bergsteiger“, so die Polizei.
Als das Quartett das Ende der Wand erreichte, zog laut Angaben der Beteiligten ein Unwetter auf. Deshalb wollten sie schnellstmöglich die nahegelegene Kaunergrathütte erreichen.
Dabei querte die Frau gegen 18.45 Uhr im Laufschritt ein Schneefeld und brach mit dem linken Bein auf der Schneedecke ein und verletzte sich bei einem scharfkantigen Stein. Sie zog sich eine rund sechs Zentimeter lange Riss-Quetsch-Wunde am Unterschenkel zu.
Die Begleiter leisteten umgehend Erste Hilfe, legten einen Druckverband an und setzten den Notruf ab.
Die Polizei
„Die Begleiter leisteten umgehend Erste Hilfe, legten einen Druckverband an und setzten den Notruf ab“, heißt es seitens der Polizei. In weiterer Folge konnte die Einheimische mit Unterstützung ihrer Begleiter die Kaunergrathütte erreichen. Von dort wurde sie vom Notarzthubschrauber „Martin 8“ in das Krankenhaus Zams verbracht.
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