„Die Goldgelbe Vergilbung“ ist eine der gefährlichsten und ansteckendsten Krankheiten bei Weinreben. Sie wurde jetzt im burgenländischen Gols entdeckt. Die Krankheit ist unheilbar, die befallene Rebe stirbt ab. Ansetzen kann man lediglich beim Überträger der Krankheit: der Amerikanischen Rebzikade.
„Ohne die Krankheit sind die Tiere harmlos“, weiß der Golser Weinbauvereinsobmann Michael Allacher. Nachdem die „Goldgelbe Vergilbung“ heuer aber bereits in den Bezirken Jennersdorf, Güssing, Oberwart, Oberpullendorf und Eisenstadt-Umgebung nachgewiesen worden war, wurde man in Gols nervös. Denn in der größten Weinbaugemeinde Österreichs mit mehr als 4000 Hektar Rebfläche hängen viele Existenzen am Weinbau.
Gols als „Rebzikaden-Hotspot“
Laut verschiedener Untersuchungen ist Gols auch der Hotspot der Rebzikaden. „Die Population ist extrem angestiegen. Die einzige Chance, das in den Griff zu bekommen, ist zu spritzen“, so Allacher. Laut ÖPUL-Spritzmittelverzichtserklärung würden Winzer, die vorbeugend und ohne behördliche Verordnung gegen die Zikade Spritzmittel in ihren Weingärten aufbringen, aber für zwei Jahre ihre Förderung verlieren. Grund genug, dass viele abwarten.
Seit Dienstagabend gibt es aber Gewissheit. Ein Rebstock, der Symptome gezeigt hatte, ist wirklich von der Krankheit befallen. Er muss gerodet werden. Außerdem gilt jetzt hier im Radius von 500 Metern die Befallszone. In dieser muss zweimal ein Insektizid aufgebracht werden, um die Rebzikade zu dezimieren. Im Umkreis von 2,5 Kilometern wird außerdem die sogenannte Sicherheitszone eingerichtet. Auch hier muss einmal gespritzt werden. „Es gibt sowohl für konventionelle als auch Bio- oder Demeterbauern Spritzmittel. In unser aller Interesse bitte ich auch wirklich alle Kollegen zu spritzen“, so Allacher.
In unser aller Interesse bitte ich auch wirklich alle Kollegen zu spritzen.
Michael Allacher
Auch Bürgermeister Kilian Brandstätter, der von Anfang an gemeinsam mit Allacher für eine Verordnung gekämpft hat, bittet um Zusammenarbeit. „Wir brauchen in diesem Fall den Schulterschluss zwischen Gemeinde, Behörden, Bevölkerung und Winzern. Nur so können wir einen etwaigen Flächenbrand verhindern und die Katastrophe für unsere Winzer abwenden.“ Er bittet auch Privatpersonen, die Weinreben zuhause haben, sie zu beobachten. Denn die Rebzikade – und auch die „Goldgelbe Vergilbung“ machen auch vor privaten, einzelnen Rebstöcken nicht halt.
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