Start der K.o.-Phase

Kanada setzt auf seinen „bayrischen“ Anführer

Porträt von krone Sport
Von krone Sport

 Teamchef Jesse Marsch zieht gegen Südafrika am Sonntag einen Joker aus dem Ärmel.  München-Legionär Alphonso Davies macht sich für seinen ersten Einsatz bereit.

Im ersten Sechzehntelfinale der WM-Geschichte soll Kanadas Anführer Alphonso Davies endlich seinen Premieren-Auftritt bei der Heim-WM bekommen. Und den Co-Gastgeber in die Runde der besten 16 führen. „Er ist bereit und wird spielen“, verkündete Kanadas Trainer Jesse Marsch vor dem Duell mit Südafrika am Sonntag in Inglewood.

Möglicher Davies-Einsatz nur ein Bluff?
Ob er den Bayern-Legionär, der sich im Champions-League-Halbfinale gegen Paris am Oberschenkel verletzt hatte und in der Vorrunde nur Zuseher war, als Bluff benutzt wie zuletzt gegen die Schweiz, will sich Marsch nicht entlocken lassen. Fraglich ist, wie fit das 25-jährige Aushängeschild des kanadischen Fußballs, das mit 15 Jahren und 212 Tagen als jüngster Spieler der kanadischen Historie für Vancouver sein Debüt gefeiert hatte, sein kann.

Kurz nach seiner Einbürgerung bestritt der in einem Flüchtlingslager in Ghana geborene Davies, dessen Eltern vor dem Bürgerkrieg in Liberia geflohen waren, im Juni 2017 sein erstes Länderspiel. In 58 Einsätzen erzielte er 15 Tore, darunter Kanadas erstes WM-Tor beim Turnier 2022 in Katar.

Kanadas Teamchef Jesse Marsch stellt das Comeback seines Topspielers in Aussicht.
Kanadas Teamchef Jesse Marsch stellt das Comeback seines Topspielers in Aussicht.(Bild: AFP/EMILEE CHINN)

„Er ist unser Kapitän und bester Spieler!“
Leider begleiten ihn Verletzungen auf Schritt und Tritt: Im Vorjahr trat er wegen eines Kreuzbandrisses fast gar nicht in Erscheinung, in diesem Jahr musste er schon dreimal mehrere Wochen aussetzen. Auch deshalb hat der Rekordmeister aus München mit Nathaniel Brown von Eintracht Frankfurt eine Alternative für links hinten an der Angel.

Im Team Kanada ist Davies aber unumstritten. „Er ist unser Kapitän und bester Spieler“, lobte Marsch den schnellen Außenbahnspieler, „er hat großen Einfluss, sowohl physisch als auch psychologisch.“ Gegen Bosnien war Alphonso als „Einpeitscher“ dabei – gegen Südafrika möchte er aber auch auf dem Rasen vorangehen.

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