Kein Sieger im „Pride Match“: Ägypten und Iran trennen sich 1:1. Die Iraner, bei denen nach Schlusspfiff die Tränen flossen, müssen nun um den Aufstieg in die K.-o.-Phase bangen.
Ägypten hat bei der vierten Weltmeisterschaftsteilnahme erstmals den Aufstieg geschafft. Den „Pharaonen“ reichte am Freitag in Seattle ein 1:1 (1:1) gegen den Iran, um bei der Endrunde in den USA, Kanada und Mexiko als Gruppe-G-Zweiter durchs Ziel zu gehen. Die punktgleichen Belgier (je fünf) landeten nur aufgrund des besseren Torverhältnisses davor, der Iran (drei) darf noch auf ein K.-o.-Phasenticket als einer der besten acht drittplatzierten Mannschaften hoffen.
Proteste wegen Label „Pride Match“
Die Begegnung der Ägypter gegen den Iran in Seattle stand auch deshalb im Fokus, weil „Match 63“ als „Pride Match“ ausgerufen wurde. In der Ausrichterstadt wird an diesem Wochenende das „Pride Fest“ ausgerichtet, ein großes, buntes Festival zur Feier der LGBTQI+-Gemeinschaft, für Vielfalt und Gleichberechtigung, mit einer Regenbogenparade durch die Innenstadt und Konzerten. Obwohl sich die FIFA an dem Aktionswochenende auf dem Spielfeld selbst nicht beteiligt, protestierten beide mehrheitlich muslimischen Nationen vehement gegen das Label „Pride Match“ – erfolglos.
In einer ereignisreichen Anfangsphase sorgte Ägyptens Mahmoud Saber (5.) vor 66.925 Zuschauern für einen Start nach Maß, Ramin Rezaeian (14.) glückte der postwendende Ausgleich. Für den in der 57. Minute mit Oberschenkelproblemen ausgewechselten Stürmerstar Mohamed Salah und Co. geht es am Freitag in Dallas bei der historischen Sechzehntelfinalteilnahme gegen Australien weiter. Die Iraner müssen noch fast 24 Stunden zittern, ehe sie Gewissheit haben, ob auch sie im Turnier verbleiben.
Torleute früh im Mittelpunkt
Beide Torleute rückten in der Anfangsphase in den Mittelpunkt. Irans Alireza Beiranvand sorgte dafür, dass der Ball nach einer nicht guten Abwehr bei Saber landete, der via Abstauber durch die Beine des Schlussmanns zur Führung vollendete. Wenige Minuten später traf Ägyptens Verteidiger Mohamed Abdelmoneim beim Herausspielen im Strafraum unglücklich Mehdi Taremi am Fuß. Der Gefoulte trat selbst zum Elfmeter an, der ägyptische Tormann Mostafa Shoubir erriet aber die Ecke und hielt (11.).
Drei Minuten später wehrte Shoubir auch einen Schuss von Milad Mohammadi ab, war gegen den Abstauber von Rezaeian aus spitzestem Winkel aber machtlos. Der 36-jährige Außenverteidiger traf zum vierten Mal in den jüngsten fünf Länderspielen.
Nach der Pause drückte Ägypten mit dem zur Pause eingewechselten Omar Marmoush. Mahmoud Trezeguet (49.), der ihm in der Startelf vorgezogen worden war, und Marmoush (68.) vergaben Chancen. Der Iran wachte erst im Finish auf und hatte da großes Pech. Taremi köpfelte an die Latte (89.), ein Treffer von Shoja Khalilzadeh wurde wegen einer Mini-Abseitsstellung aberkannt (93.) und auch Saeid Ezatolahi scheiterte noch am Aluminiumgehäuse (97.).
Der Endstand:
Ägypten – Iran 1:1 (1:1)
Seattle, 66.925 Zuschauer, SR Marciniak (POL)
Tore: 1:0 (5.) Saber, 1:1 (14.) Rezaeian
Gelbe Karten: Saber, Ibrahim, Lashin bzw. Kanani, Nemati, Ezatolahi, Khalilzadeh
Ägypten: Shoubir – Hany, Abdelmoneim (14. Ibrahim), Rabia, Fatouh - Lashin, Saber (46. Attia) – Ashour (46. Marmoush), Salah (57. Zizo), Zico (76. Abdelkarim)- Trezeguet
Iran: Beiranvand – Rezaeian, Kanani (46. Hardani), Khalilzadeh, Nemati, Mohammadi – Ghoddos (67. Moghanloo), Ghorbani, Ezatolahi, Mohebbi (91. Jahanbakhsh) – Taremi
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