WM-Frust bei Deutschen

„Müssen aufwachen!“ Scharfe Kritik an Bayern-Stars

Die 1:2-Blamage gegen Ecuador hat die deutsche Fußball-Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft hart auf den Boden der Realität zurückgeholt. Zwar steht das DFB-Team als Gruppensieger erstmals seit 2014 wieder in der K.o.-Phase, doch einige Leistungsträger wussten im bisherigen Turnierverlauf nicht zu überzeugen. Vor allem ein Quartett des regierenden Meisters Bayern München muss sich scharfe Kritik gefallen lassen.

Dabei setzt DFB-Teamchef Julian Nagelsmann gerade große Hoffnungen in die Profis des Rekordmeisters. Die Münchner spielten bekanntlich eine überragende Saison. Doch von dieser Form ist aktuell bei der WM wenig zu sehen. 

Bayern-Block-Analyse: Nur Tah wusste bisher zu überzeugen
„Wenn die Bayern-Spieler nicht aufwachen, ist die WM bald vorbei“, mahnt der deutsche „Focus“. Die Kritik richtet sich auf das Quartett Manuel Neuer, Joshua Kimmich, Aleksandar Pavlovic und Jamal Musiala. Explizit ausgenommen wird Jonathan Tah („er konnte bisher überzeugen“).

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Wenn die Bayern-Spieler nicht aufwachen, ist die WM bald vorbei.

Analyse des deutschen „Focus“

Neuer-Patzer befeuert Torhüter-Diskussion
Torhüter Manuel Neuer kassierte in den drei Vorrundenspielen vier Gegentore, dem gegenüber stehen lediglich drei Paraden. Gegen Ecuador griff er zudem böse daneben – und redete sich anschließend ziemlich patzig raus. „Mit solchen Auftritten artet die ohnehin lodernde Torwartdebatte schon bald wieder aus“, mutmaßt der „Focus“. 

DFB-Torhüter Manuel Neuer steht nach der 1:2-Niederlage gegen Ecuador massiv in der Kritik.
DFB-Torhüter Manuel Neuer steht nach der 1:2-Niederlage gegen Ecuador massiv in der Kritik.(Bild: AFP/JUSTIN SETTERFIELD)

Matthäus geht mit Kimmich hart ins Gericht
Auch Joshua Kimmich bekommt sein Fett ab. Bei der WM wird der 31-jährige DFB-Kapitän als Rechtsverteidiger eingesetzt, viele Experten sehen ihn im Mittelfeldzentrum besser aufgehoben.

DFB-Kapitän Joshua Kimmich war nach der 1:2-Pleite gegen Ecuador besonders geknickt.
DFB-Kapitän Joshua Kimmich war nach der 1:2-Pleite gegen Ecuador besonders geknickt.(Bild: AFP/ALEXANDER HASSENSTEIN)

„Ich sehe Joshua nicht auf dem Platz, so wie ich ihn seit Jahren kenne. Er ist nicht da, wo er sein soll. Er fehlt mir auf dem Platz. Er fehlt mir in einer Position, wo er Einfluss hat“, kritisiert TV-Experte Lothar Matthäus.

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Kimmichs Leistung bei Bayern München und jetzt in der Nationalmannschaft – dazwischen ist ein riesengroßer Unterschied, leider in die falsche Richtung.

TV-Experte Lothar Matthäus über den DFB-Kapitän Joshua Kimmich.

Pavlovic: Falscher Mitspieler auf der Sechser-Position?
Der 22-jährige Aleksandar Pavlovic läuft seiner Form ebenfalls noch deutlich hinterher, hatte speziell gegen die Elfenbeinküste und gegen Ecuador enorme Probleme. Sein hohes Bein gegen Ecuador erhitzt die Gemüter. „Gerade physisch schien er überfordert. Zu keiner Zeit war Pavlovic in der Lage, im deutschen Maschinenraum die Spielkontrolle an sich zu reißen“, betont der „Focus“.

Aleksandar Pavlović mit hohem Bein gegen Ecuadors Pedro Vite – das soll kein Foul gewesen sein …
Aleksandar Pavlović mit hohem Bein gegen Ecuadors Pedro Vite – das soll kein Foul gewesen sein …(Bild: AP/Yuki Iwamura)

Mitverantwortlich dafür sei auch sein Mitspieler auf der Sechser-Position. „In München hat er Kimmich an der Seite und brilliert dort als abgeklärter und souveräner Ballverteiler. Beim DFB spielt in Felix Nmecha aber ein viel offensiveren Partner neben ihm“, analysiert der „Focus“.

„Kinderfußballer”: Reporterlegende greift Musiala frontal an
Wäre da noch Jamal Musiala. Der 23-Jährige hatte sich im vergangenen Sommer das Wadenbein gebrochen und war mehr als ein halbes Jahr lang ausgefallen. Erst Anfang des Jahres feierte der Jungstar sein Comeback. Seitdem läuft er seiner Bestform aber noch klar hinterher. Auch bei der WM konnte er seinen Stempel noch nicht aufdrücken.

Es ist auch noch nicht die WM von Jamal Musiala.
Es ist auch noch nicht die WM von Jamal Musiala.(Bild: AFP/ANGELA WEISS)

„Ein Fremdkörper. In den letzten beiden Gruppenspielen wurde der Edeltechniker öfter auf den Hosenboden gesetzt als ein Kleinkind“, so der „Focus“ knallhart. Und TV-Legende Marcel Reif gießt noch Öl ins Feuer: „Musiala hat nicht stattgefunden. Musiala hat Kinderfußball gespielt.“

Musiala und Kimmich vermissen „Siegeswillen“ im DFB-Team
Warum die Alarmglocken schrillen sollten: Musiala und Kimmich begründeten die bittere 1:2-Niederlage unisono mit dem „fehlenden Siegeswillen“. Musiala analysierte, der Gegner habe in jeder Situation mehr „Hunger“ und eine höhere Intensität gezeigt. Auch Kimmich fand klare Worte. Er hatte das Gefühl, dass Ecuador es „mehr wollte“ und in jedem Zweikampf ekliger und griffiger agierte. Das Team müsse sich wehren und in Zukunft in jeder Aktion alles reinwerfen.

Viel Zeit, den Schalter umzulegen, bleibt dem DFB-Team nicht mehr. Am Montag (22.30 Uhr in Boston) wartet das Sechzehntelfinale (Gegner ist noch offen). Klar ist: Ein neuerlicher Aurutscher wie gegen Ecuador würde das gleichzeitige WM-Aus bedeuten.  

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