Vor Algerien-Showdown

Rangnick will von ÖFB-Rechenspielen nichts wissen!

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Von krone Sport

Vor dem Showdown in der WM-Gruppe J gegen Algerien will ÖFB-Teamchef Ralf Rangnick gar nicht mit Rechenspielen beginnen. Dass schon kurz vor Spielbeginn feststehen würde, welches Ergebnis für ein Weiterkommen reichen würde, betont der Deutsche: „Es wird auf das Spiel keine Auswirkungen haben.“ 

„Es ist keine Überraschung, dass es in diesem letzten Spiel für beide Mannschaften darum geht, sich zu qualifizieren“, erklärte ÖFB-Teamchef Ralf Rangnick einen Tag vor dem WM-Showdown gegen Algerien. „Darauf sind wir vorbereitet.“

Die genaue Ausgangssituation werde man erst kurz vor Anpfiff kennen, enden doch rund eine halbe Stunde davor erst die Abschlusspartien der vorletzten angesetzten Gruppe. „Es wird auf das Spiel aber keine Auswirkungen haben“, meinte Rangnick.

Rangnick will nicht auf Unentschieden spielen
Weil nicht nur Österreich, sondern mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch Algerien ein Remis zum Aufstieg reichen wird, befürchten internationale Medien in Anlehnung an die „Schande von Gijon“, als Österreich und Deutschland mit ihrem Nichtangriffspakt bei 0:1 ausgerechnet die Algerier aus dem WM-Turnier 1982 kegelten, bereits die „Schande von Kansas City“. „Wir werden die Mannschaft sicher nicht ins Rennen schicken und sagen, wir spielen unentschieden“, betonte Rangnick. „Wie sich das dann darstellt, wenn es noch fünf oder zehn Minuten geht, weiß ich nicht.“

Die Vorkommnisse von Gijon hätten seiner Meinung nach keinen Einfluss mehr auf das, was in Kansas City passiert. „Zu dem Zeitpunkt, als dieses Spiel stattgefunden hat, war noch keiner der Spieler der beiden Mannschaften auf der Welt“, erinnerte Rangnick. Er selbst sei 24 Jahre alt gewesen und als Spieler gerade zum SSV Ulm gewechselt, mit dem er später in die 2. Bundesliga aufstieg. „Das zeigt, dass das mit dem Spiel hier und dem Ausgang sicher nichts zu tun haben wird.“

Über allem steht für die Österreicher, erstmals seit 1982 bei einer WM eine Gruppenphase zu überstehen. Als Zweiter würde die ÖFB-Auswahl am 2. Juli (21.00 Uhr MESZ) in Los Angeles weiterspielen – gegen den Sieger der Gruppe mit Topfavorit Spanien und Uruguay. Als Dritter gibt es verschiedene Varianten. Der wahrscheinlichste Gegner wäre die Schweiz in der Nacht auf 3. Juli (5.00 Uhr MESZ) in Vancouver. Die Vorbereitungszeit ist in jedem Fall kurz.

Keine Rotation geplant
In Anbetracht der Ausgangssituation gegen Algerien zu rotieren, sei dennoch „kein Thema“, versicherte Rangnick. Youngster Paul Wanner könnte damit trotz seines beim 0:2 gegen Argentinien erlittenen Schlages auf die Wade erneut anstelle des verletzten Christoph Baumgartner in die Spielmacher-Rolle schlüpfen. Auch die Gelben Karten der Stammkräfte Konrad Laimer, Marcel Sabitzer und Stefan Posch würden laut Rangnick in seinen Aufstellungsüberlegungen keine Rolle spielen.

Konrad Laimer
Konrad Laimer(Bild: APA/GEORG HOCHMUTH)

Bei einer weiteren Verwarnung wäre der betroffene Akteur im ersten K.o.-Spiel gesperrt. „Das hätte vielleicht eine Rolle gespielt, wenn tatsächlich vorher schon klar gewesen wäre, dass wir qualifiziert sind. Das ist aber nicht der Fall“, erklärte Rangnick. „Deswegen werden wir dieses Spiel so angehen, wie wenn es um alles geht. Das ist auch der Fall.“ Dass man jemanden aus dem Trio aus dem Spiel nehmen, wenn man auf die Qualifikation zusteuere, sei nicht ausgeschlossen. „Wir dürfen nur keine unnötigen Gelben Karten kassieren.“

Ein Faktor ist auch die Witterung. In Kansas City regnete es in den vergangenen Tagen stark, rund um den Spielbeginn sind Gewitter möglich. Im Fall eines solchen müsste das offene, 69.045 Zuschauer fassende Stadion vorübergehend geräumt werden. Die Hitze ist die ÖFB-Auswahl von ihrem Trainingsquartier und den beiden bisherigen WM-Auftritten gegen Jordanien (3:1) und Argentinien nicht gewöhnt.

Bisher noch kein 0:0 unter Rangnick
In bisher 47 ÖFB-Länderspielen unter Rangnick gab es noch kein einziges 0:0. Überhaupt haben die Österreicher in sechs Partien bei EM und WM unter dem Deutschen noch nie zu Null gespielt. Bei einer WM gelang das dem ÖFB-Team zuletzt 1982 eben gegen Algerien. Damals setzten sich die Österreicher dank Toren von Walter Schachner und Hans Krankl mit 2:0 durch. Elf WM-Partien in Serie hat Rot-Weiß-Rot seither immer zumindest ein Gegentor erhalten.

Die Algerier seien eine „sehr komplette Mannschaft“, die sich unter dem seit Februar 2024 amtierenden Teamchef Vladimir Petkovic noch einmal weiterentwickelt habe, ergänzte Rangnick. „Wir wissen, dass wir auf einen spielstarken Gegner treffen, der uns aber auch körperlich vor Aufgaben stellen wird.“ Algerien würde „ein sehr gutes Gesamtpaket“ mitbringen – nicht nur physisch, sondern auch taktisch. „Wir gehen davon aus, dass sie ihre bestmögliche Leistung bringen – wie wir auch.“

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