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Sperrstunde? Nicht, wenn Österreich spielt!

Salzburg
27.06.2026 08:30

Das alles entscheidende Spiel gegen Algerien steigt mitten in der Nacht. Anpfiff ist in der Nacht von Samstag auf Sonntag um 4 Uhr in der Früh. Und doch laden einige Gastronomen im Lande zum Public Viewing. Nicht aus Eigeninteresse, sondern aus Begeisterung...

„Das Match würde ich mir ja so oder so anschauen. Es war keine Frage, ob wir aufsperren“, lacht Sepp Sampl, Juniorchef von der Metzgerstubn in St. Michael. Ab 3 Uhr sind in der Nacht auf Sonntag Fußballfans in seinem Lokal herzlich willkommen. Eine Stunde später erfolgt der Anpfiff zum alles entscheidenden WM-Spiel zwischen Österreich und Algerien. „Keine Ahnung, wie viele Leute wirklich kommen. Es geht mir nicht ums Geschäft, wir freuen uns einfach aufs gemeinsame Schauen“, sagt Sampl.

Im Halleiner Freysitz von Diana Frank kommen Fußballfans voll auf ihre Kosten.
Im Halleiner Freysitz von Diana Frank kommen Fußballfans voll auf ihre Kosten.(Bild: zVg)

In der Stadt bleiben viele Fernseher in Lokalen aus
Der Lungauer Gastronom spricht damit etlichen Fußballbegeisterten aus der Seele. Zusammen Fußball schauen, auf Neu-Deutsch Public Viewing – für die meisten Fans ist dies das Größte.

Wegen des ungewohnten Ankicks fallen die Viewings just für das Österreich-Match aus. Auch in Lokalen, die eigentlich bekannt sind für Fußball-Übertragungen. „Wir dürfen es gar nicht zeigen. Unsere Sperrstunde ist ja um 4 Uhr“, meint etwa Kurt Ranzenberger, Chef vom Irish Pub Shamrock in der Salzburger Innenstadt.

Kollektiven Freudentaumel – das gibt’s beim Public Viewing
Kollektiven Freudentaumel – das gibt’s beim Public Viewing(Bild: APA/MAX SLOVENCIK)

Ähnliche Töne stimmt auch Harald Kratzer vom Salzburger Sternbräu an. „Das ist einfach zu spät für uns“, betont er auf „Krone“-Anfrage. Auch im Gasthaus Fuxn bleiben die Fernseher für das Spiel der Spiele ausgeschaltet. „Zu spät und bei uns gar nicht erlaubt“, heißt es auf Anfrage. Launiger Nachsatz: „Immerhin können wir das Spiel so auch einmal in Ruhe verfolgen und nicht nur unsere Gäste.“

Zumindest unweit der Stadtgrenze kommen Salzburger Fußballfans auf ihre Kosten. Das Wieninger Bräu in Freilassing lädt zum Public Viewing – und lässt kostenlose Leberkässemmerl verteilen. Auch das Gollinger Schloss Salettl öffnet seine Tore für alle Fußballfans. „In diesem Spiel geht es um alles. Keine Frage, dass wir diese Partie übertragen“, meint Chef Harald Mitterberger.

Vom Stadtfest geht es direkt zum Public Viewing
Besonders hart gesottene Feierlustige kommen in Hallein auf ihre Kosten. Samstags steigt erst bis 2 Uhr in der Früh das Stadtfest, danach startet im Freysitz ein Public Viewing. „Man muss die Feste feiern, wie sie fallen. Österreich spielt ja nicht jeden Tag bei der Weltmeisterschaft“, lacht Chefin Diana Frank, selbst gebürtige Ungarin.

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