Gegen das Tierheim Pinzgau in Bruck werden kritische Stimmen laut. Die Vereinsstruktur sei zu wenig transparent und die Zahl der Kündigungen auffällig hoch, heißt es. Tierfreunde kritisieren eine generelle Unterversorgung bei Tierschutzthemen in Salzburg.
Der Kampf um ein Tierheim im Pinzgau dauerte Jahre: Im Frühjahr 2023 war es dann endlich so weit. Das neue „Zuhause auf Zeit“ wurde beim Caritas-Dorf St. Anton in Bruck eröffnet. Vorwiegend kommen Katzen und auch Hunde unter. Bis zu 70 Tiere werden hier aufgenommen und weitervermittelt.
Das Tierheim Pinzgau ist ein Paradebeispiel für die Folgen von Unterfinanzierung sowie fehlender Transparenz und Kontrolle.
Beatrice Caba, Pinzgauer Tiernest
Doch jetzt hagelt es vermehrt Kritik am Pinzgauer Heim: Die Geschäftsführerin könne ganz ohne Kontrolle walten, heißt es. Sie ist selbst Tierärztin, so auch für Untersuchungen zuständig und kontrolliere damit sich selbst, kritisiert SPÖ-Tierschutzsprecherin Karin Dollinger. Die Stelle über ihr sei auch keine echte Kontrolle, sondern mit ihrem Lebensgefährten besetzt. Getragen wird das Tierheim von einem Verein, den Land und Caritas gegründet haben. Fragwürdig: Als Obmann wird noch der verstorbene Landesrat Josef Schwaiger geführt. Das Land verweist darauf, dass es für Änderungen eine Jahreshauptversammlung brauche.
Ziel ist es, das Tierheim als verlässliche Einrichtung nachhaltig weiterzuentwickeln und für gute Rahmenbedingungen zu sorgen.
Landesrat Maximilian Aigner (ÖVP)
Auch Tierfreunde aus der Region beäugen das Tierheim kritisch. Sauer stoßt Beatrice Caba vom Pinzgauer Tiernest auf, dass von ihr angebotene Spenden abgelehnt werden. Das Tierheim kontert: Man knüpfe das Geld an nicht erfüllbare Bedingungen.
Seit Eröffnung war auch die Fluktuation im Team hoch. Sieben Mitarbeiter haben das Heim verlassen. Im Sommer 2025 folgte sogar ein vorübergehender Notbetrieb. Grund: Offenbar Personalnot. Im Tierheim will man davon nichts wissen.
Strukturelle Änderungen denkt das Land derzeit nicht an. „Mit dem Pinzgauer Tierheim konnte eine Lücke im Tierschutz geschlossen werden“, meint Landesrat Maximilian Aigner (ÖVP). Tierschützer stört, dass Salzburg im Bundesvergleich nur ein Mini-Budget investiere. 2025 waren es rund 530.000 Euro. Außerdem würden Einrichtungen wie eine 24-Stunden-Tierschutz-Hotline fehlen.
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