Starkes Zeichen für das Industrieland Steiermark: Siemens Mobility eröffnete in Fürstenfeld ein neues Werk um 40 Millionen Euro – als Ergänzung zum Standort in Graz-Eggenberg. Genutzt wird ein ehemaliges Areal der Voestalpine.
Gute Nachrichten aus der steirischen Industrie waren in den letzten Jahren eher rar. Umso bemerkenswerter ist, dass Siemens Mobility in Fürstenfeld 40 Millionen Euro in ein neues Werk investiert und damit 150 Arbeitsplätze geschaffen hat. Denn im Gegensatz zu so manchen anderen Branchen boomt die Bahnindustrie in Österreich, weshalb der Siemens-Standort in Graz-Eggenberg mit rund 1500 Beschäftigten seine Kapazitäten erweitern musste – und sich dabei für ein ehemaliges Voestalpine-Areal in Fürstenfeld entschieden hat.
E-Lkw pendeln zwischen Graz und Fürstenfeld
„Wir unterstützen damit unser stark exportorientiertes (Exportquote rund 90 Prozent, Anm.) Weltkompetenzzentrum für Fahrwerke in Graz“, erklärt Tanja Kienegger, Chefin von Siemens Mobility Austria. Der oststeirische Standort vereint Fertigung, Service und Logistik unter einem Dach. „Wir werden hier Radsätze vormontieren, die dann nach Graz kommen und dort zu Hightech-Fahrwerken verwandelt werden“, so Kienegger. Beim Werksverkehr zwischen den zwei steirischen Standorten kommen übrigens nur E-Lkw zum Einsatz.
Besonderes Augenmerk liegt in Fürstenfeld auf der Produktion von Pantografen (Stromabnehmer für Schienenfahrzeuge). Diese Fertigung ist komplett von Graz in die Oststeiermark übersiedelt. Auch Ladestromabnehmer für E-Busse werden hier produziert – ein Geschäftsfeld, in dem man noch viel Potenzial sieht. Dritter Schwerpunkt in Fürstenfeld ist die Wartung für Fahrwerkskomponenten für österreichische und europäische Kunden.
Hoffnung auf weitere Siemens-Investitionen
Das Werk läuft bereits in Vollbetrieb, am Donnerstag wurde es offiziell eröffnet. Mit dabei waren sowohl Verkehrsminister Peter Hanke als auch die beiden steirischen Landeschefs Mario Kunasek und Manuela Khom, die unisono die Bedeutung der Kooperation zwischen Bund, Land und Unternehmen hervorhoben. Seitens Siemens strich man zudem die steirische Forschungslandschaft hervor. „Daneben darf man aber eines nicht vergessen: Wir haben auch hochqualifizierte, fleißige Fachkräfte, ohne die so etwas nie möglich wäre“, betont Kunasek.
Die Steiermark darf künftig wohl noch auf weitere Investitionen hoffen: „Das ist ein besonderer Moment, aber kein Endpunkt, nur ein Zwischenziel“, gibt sich Standortleiter Stefan Erlach optimistisch.
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