Die Koralmbahn ist eröffnet! Heimische Firmen wie Voestalpine und Siemens Mobility haben die 130 Kilometer lange Strecke zwischen Kärnten und der Steiermark ausgerüstet – ein starkes Signal in Krisenzeiten.
Während die Autobranche seit Jahren mit Rückschlägen zu kämpfen hat, zeigt sich die heimische Eisenbahnindustrie erstaunlich krisenfest – obwohl auch hier die Konkurrenz aus China immer mächtiger wird. Die jüngsten Eckdaten: 34.100 Beschäftigte, eine Wertschöpfung von mehr als drei Milliarden Euro, eine Exportquote von 68 Prozent – und vor allem Wachstum.
Klaus Schneider, der Gesamtprojektleiter der Koralmbahn, schwärmt bei vielen Gelegenheiten vom rot-weiß-roten Know-how im Eisenbahnsegment. Dieses kam natürlich auch auf der neuen Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Klagenfurt und Graz zum Einsatz.
Großaufträge für die Voestalpine
So hat die Voestalpine Railway Systems mit Sitz in Leoben-Donawitz die ganze Strecke inklusive Tunnel mit 120 Meter langen Premiumschienen ausgestattet. Sie sind für Geschwindigkeiten bis zu 250 km/h ausgelegt und wurden „just-in-time“ geliefert: Zwischen Produktion und Einbau gab es also kaum Lagerzeiten. Versprochen werden eine längere Lebensdauer und geringere Instandhaltungskosten.
Die Voestalpine lieferte zudem 235 Hightech-Weichen, entwickelt und großteils produziert im steirischen Zeltweg. Von dort stammt auch die dazugehörige digitale Technik, die den Zustand der Infrastruktur ständig überwacht. Übrigens: Die Voestalpine hat auch schon den Schweizer Gotthardtunnel, den längsten Eisenbahntunnel der Welt, mit Schienen und Weichensystemen ausgestattet.
Züge, Strecke, Stellwerke und Rechenzentren sind im ständigen Austausch und sorgen für höchste Sicherheit.

Tanja Kienegger, CEO Siemens Mobility Austria
Bild: Siemens Mobility
Fahrerlaubnis kommt auf einen Bildschirm
Für die digitale Bahn-Leittechnik ETCS Level 2 zeichnet Siemens Mobility mit Werken in Wien und Graz verantwortlich. Sie ermöglicht laut dem Unternehmen „kürzere Zugfolgen und eine intensivere Nutzung der Strecke bei maximaler Sicherheit“. Herzstück sind die digitalen Streckenzentralen. Die Fahrerlaubnis für die Züge wird in Rechenzentren erzeugt und auf einem Bildschirm im Führerstand angezeigt.
Daneben stammen auch sämtliche elektronische Stellwerke auf der Koralmbahn von Siemens Mobility. Sie steuern und überwachen die Weichen und Fahrstraßen. Die Komponenten werden in einem Labor in Wien getestet, bevor sie auf der Strecke eingebaut werden.

Fast alle Züge auf neuer Strecke sind Österreicher
In Summe waren fast 700 Unternehmen alleine beim Koralmtunnel direkt beschäftigt, etwa 95 Prozent davon sind aus Österreich. So waren für Logistik und weite Teile der Bahntechnik das Vorarlberger Unternehmen Rhomberg Sersa Rail und der Bauriese Porr verantwortlich. Die Gleistrageplatten lieferte die Maba Fertigteilindustrie (NÖ), die Automatisierungssysteme die Firma Sprecher Automation aus Linz.
Die Stärke der heimischen Bahnindustrie belegt auch, dass fast alle Züge, die auf der Koralmstrecke unterwegs sein werden (Railjet und Nightjet, Comfortjet der tschechischen Bahn), Österreicher sind: Sie wurden nämlich bei Siemens Moblitiy in Wien gebaut.
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