Marketing-Chef geht

Arrivederci! Ferrari räumt nach E-Auto-Fiasko auf

Wirtschaft
24.06.2026 19:08
Porträt von krone.at
Von krone.at

Irgendjemand bei Ferrari musste ja den Kopf hinhalten! Nach der katastrophalen Resonanz eingefleischter Motorsportfans auf den Luce wird Marketing-Chef Enrico Galliera den legendären Autobauer aus Maranello verlassen. Ein Top-Manager soll den drohenden E-Flop verhindern.

Ferrari sagt arrivederci: Nur wenige Wochen nach der Vorstellung des ersten E-Sportwagens der Konzerngeschichte muss Galliera nach 16 Jahren im Konzern gehen. Der Luce wird seit Wochen in sozialen Netzwerken mit Spott und Hohn überzogen. Kritisiert wird unter anderem das für Ferrari unübliche Design. Ein Fachmann von der Konkurrenz soll der italienischen Sportwagen-Exzellenz nun dabei helfen, sein Gesicht zu wahren. 

Massimiliano Di Silvestre wird zum 1. Juli Gallieras Nachfolger, der bis vergangenen Monat das Italien-Geschäft von BMW geleitet hat. Unter seiner Führung war der deutsche Autogigant in Italien zum Marktführer unter den Premium-Karossen aufgestiegen.

Ferrari bedankt sich bei Galliera
Offiziell heißt es, Galliera habe sich für „ein neues Kapitel“ seiner Karriere entschieden. Ferrari-Boss Benedetto Vigna (57) dankte ihm für seinen „außergewöhnlichen Beitrag“. Aus Unternehmenskreisen ist jedoch zu hören, dass die Trennung bereits seit Jahresbeginn feststand und Galliera nur noch die heikle Präsentation des E-Modells begleiten sollte. Das berichtet unter anderem die Nachrichtenagentur Reuters.

Nachfolger Di Silvestre soll nun die Elektrifizierungs-Strategie von Ferrari neu auf Kurs bringen. Trotz der vernichtenden Reaktionen auf den Luce hält Ferrari an seinem E-Kurs fest und spricht von „starkem Interesse“. Ob die Kunden den radikalen Strategiewechsel mittragen, bleibt nun abzuwarten.

Druck auf Top-Kunden ausgeübt?
Konkrete Bestellzahlen für den umstrittenen E-SUV will der Konzern erst Ende Juli bekannt geben. Doch zuletzt machten Gerüchte die Runde, dass Ferrari-Händler Druck auf ihre Kunden ausüben. Laut Bloomberg sei in Teilen des Sammler-Netzwerks der Eindruck entstanden, nur der Kauf eines Luce könne den Weg zu künftigen exklusiven Fahrzeugen ebnen.

Das wurde von Galliera zuletzt vehement dementiert: „Die offizielle Position, die wir von Anfang an klar kommuniziert haben, ist: Der Luce ist für ein anderes Kundenprofil gedacht – nicht dafür, von den bisherigen Stammkunden gekauft werden zu müssen, auch wenn sie das natürlich tun können, wenn sie möchten.“

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