Röntgen, CT, MRT – Durchleuchtungen von Patienten sind Standard. Doch dann müssen Fachärzte die Aufnahmen auswerten und einen Befund schreiben. Wenn Personal und Zeit dafür fehlen, geben immer mehr Spitäler diese Aufgabe an die Diagnosefirma TeleScan ab, die dafür sogar eine weltweit führende KI-Hilfe entwickelt hat.
„Die Medizin verlangt immer mehr solche Untersuchungen. Wir haben intern in unseren Standorten schon länger die Tele-Befundung gemacht, wo eben gerade die Kapazität dafür war“, erklärt Dozent Claudio Spick, selbst Röntgen-Facharzt und Miteigentümer der „Diagnosezentrum“-Gruppe, die österreichweit fünf Institute (Wien-Meidling, Linz, Graz, Deutschlandsberg, Schladming) betreibt. 2018 startete Spick mit Kollegen dann die Tochterfirma TeleScan, die Befunde auch für externe Kunden anbietet. Nach der Humanomed-Klinik Klagenfurt folgten dann während Corona wegen der massiven Belastung der Spitäler dann auch Ausschreibungen öffentlicher Gesundheitsträger.
Rund 15 heimische Spitäler als Kunden
So schickt nun etwa die Pensionsversicherung nach einer EU-weiten Ausschreibung alle Röntgenbilder ihrer 13 Reha-Anstalten elektronisch nach Meidling, ebenso die Kärntner Krankenanstalten, MedAustron und diverse andere Spitäler. Insgesamt setzen bereits etwa 15 Häuser auf TeleScan. Derzeit kämpft Spick gerade um den Auftrag der Uniklinik Salzburg.
Vorteil ist, dass die Krankenanstalten so zumindest an Randzeiten schnellstmöglich den Befund erhalten, wenn der eigene Röntgenologe nicht im Haus oder ausgelastet ist. „Wir haben ein Netzwerk aus etwa 30 Fachärzten, von denen immer einer verfügbar ist. Für die Spitäler ist das also ganz verlässlich und die Patienten bekommen umgehend eine Diagnose. Außerdem ist die Qualität besser, weil wir Experten für alle Körperbereiche haben statt nur eines Radiologen. Ich selbst bin z. B. Brustkrebs-Spezialist“, so der gebürtige Kärntner Spick.
Eigene KI-Lösung mit TU Graz weltweit führend
Zur Unterstützung bei der Auswertung der Bilder hat man zudem zusammen mit der TU Graz über ein Dutzend spezielle KI-Applikationen entwickelt, etwa zur Feststellung von Brustkrebs-Verdacht. „Den Befund macht immer der Arzt, aber unsere KI hilft. Sie ist in der EU zertifiziert, wir sind dabei sogar weltweit führend.“ Als weiteren Schritt denkt Spick daran, diese KI-Lösungen über Lizenzen auch an andere zu verkaufen. Das Geschäft wächst jedenfalls stark. Derzeit erstellt TeleScan rund 5000 Befunde im Monat, im 1. Quartal heuer gab es ein Plus von 15 Prozent. Der Umsatz von rund 5 Millionen Euro legt ebenso zu.
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