Nach Protesten
Kenia stoppt Bau von Ebola-Quarantänezentrum
Während die Zahl der bestätigten Ebola-Fälle in der Demokratischen Republik Kongo bereits auf mehr als 1000 und die der Toten auf über 250 gestiegen ist, sind die benachbarten Staaten – mit Ausnahme von Uganda – bisher verschont geblieben. Allerdings laufen in mehreren Nachbarländern erhöhte Überwachungs- und Vorsorgemaßnahmen. In Kenia ist nach wochenlangen Protesten verängstigter Bewohner die Errichtung eines Quarantänezentrums gestoppt worden.
In der Einrichtung auf dem Luftwaffenstützpunkt Laikipia rund 200 Kilometer nördlich der Hauptstadt Nairobi sollten US-Bürger aus der benachbarten Demokratischen Republik Kongo unterkommen, die mit dem Virus in Kontakt gekommen waren. Das Zentrum sollte über 50 Isolierbetten verfügen, von US-Mitarbeitern verwaltet werden und stand offenbar kurz vor der Fertigstellung.
Gericht drohte Gesundheitsminister mit Strafe
Allerdings hatten Menschenrechtsgruppen vor dem Obersten Gericht gegen die Einrichtung geklagt und Ende Mai Recht bekommen. Die Regierung hatte die Anordnung der Richter, die Arbeiten an der Anlage einzustellen, aber zunächst ignoriert. Am Montag drohte der Gerichtshof dem Gesundheitsminister deshalb mit einer Strafe.
Der Kampf gegen die Behörden wurde auch auf der Straße ausgetragen. Es kam laufend zu wütenden Protesten, die sogar Todesopfer forderten. Die Protestierenden befürchteten, dass sich das Virus von der Einrichtung aus auch in Kenia verbreiten könnte, wo bisher noch nie ein Ebola-Fall registriert worden war.
USA wollen nicht einmal eigene Patienten aufnehmen
Nun verkündete Gesundheitsminister Aden Duale die „Einstellung aller Vorbereitungen, Bauarbeiten und anderer, damit zusammenhängender Tätigkeiten auf dem Luftwaffenstützpunkt Laikipia“. Duale erschien am Dienstag vor dem Gericht und bat um Entschuldigung für sein Verhalten. Bis zur Entscheidung im Hauptverfahren würden alle Arbeiten eingestellt, erklärte er vor Gericht.
Die US-Regierung will erklärtermaßen keine Ebola-Patienten in die USA einreisen lassen. Ein an dem Virus erkrankter US-Bürger war unlängst in der Berliner Klinik Charité behandelt worden.










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