Hunderte Migranten

Neuer Ansturm auf Ceuta: Zusammenstöße, Festnahmen

Ausland
15.08.2026 14:38

Seit Tagen wird in den sozialen Netzwerken ein neuer Migrantenansturm auf die spanische Nordafrika-Exklave Ceuta herbeigepostet – offenbar mit Erfolg. An der Grenze kam es in den vergangenen Stunden zu mehreren Auseinandersetzungen zwischen Migranten und vor allem marokkanischen Sicherheitsbehörden, als insgesamt Hunderte versuchten, illegal nach Ceuta zu gelangen.

Mehrere Gruppen von Hunderten Personen versuchten demnach zunächst am Freitag, illegal nach Ceuta zu gelangen. Wie die spanische Zeitung „ABC“ unter Berufung auf offizielle Regierungsquellen berichtete, hätten marokkanische Sicherheitskräfte dies jedoch auf marokkanischem Gebiet, am Rande der Grenzstadt Fnideq – auf Spanisch Castillejos –, verhindern können. Wie die Nachrichtenagentur EFE berichtete, sollen rund 30 Personen festgenommen worden sein. Viele von ihnen hätten Spitzhacken und andere Werkzeuge bei sich gehabt.

Die Angriffsversuche seien jedoch „in keinster Weise vergleichbar“ mit jenen Szenen gewesen, die sich Ende Juli in der Exklave abgespielt hatten.

Die Nachrichtenagentur EPA veröffentlichte am Samstag Bilder, auf denen Sicherheitskräfte Dutzende von Migranten überwachen, die sich dort in einer bergigen Region derselben Gegend versammelt hatten. 

Laut der spanischen Zeitung „El País“ war es zuvor zu Auseinandersetzungen zwischen den Sicherheitskräften und den Migranten gekommen, die Polizei habe die vorwiegend aus Subsahara-Staaten stammenden Menschen rund drei Kilometer von der Grenze entfernt zurückgedrängt und dabei Tränengas eingesetzt. Auch Hubschrauber waren demnach im Einsatz.

Wie EFE berichtet, habe es „im Laufe des Tages“ mehrere Versuche von Massenüberquerungen gegeben, die allesamt vereitelt worden seien. Um weitere Gruppen aufzuspüren, bleiben die von Hunden begleiteten Kräfte am Rand der Grenzstadt weiterhin im Einsatz.

Zudem bezogen spanische Panzerfahrzeuge laut „ABC“ am Grenzübergang Tarajal Stellung, nachdem Videos wie jenes unten aufgetaucht waren, die Menschen zeigten, wie sie durch die Straßen von Castillejos in Richtung der Grenze rannten.

Vor wenigen Tagen hatte das Innenministerium in Marokko mitgeteilt, man habe eine Gruppe von Menschen festgenommen, die im Verdacht stehen, zu neuen Versuchen der illegalen Einreise in die spanischen Exklaven Ceuta und Melilla angestiftet zu haben.

Ende Juli gelang 80.000 Migranten der Durchbruch
Die Behörden sowohl Marokkos als auch Spaniens wollen verhindern, dass sich die Ereignisse von Ende Juli wiederholen, als bis zu 80.000 Migranten nach Ceuta gelangten. Der spanische Innenminister Fernando Grande-Marlaska betonte dieser Tage erneut, die damalige Massenankunft sei ein „außergewöhnliches“ Ereignis gewesen, das sich nicht wiederholen werde.

Wieder wird Glaube erweckt, der Weg nach Europa sei offen
In sozialen Medien kursieren seit dem Mega-Ansturm Aufrufe zu gemeinsamen weiteren Massenüberquerungen am 15. August. In großen Gruppen auf Plattformen wie Facebook, TikTok und Instagram sind Slogans wie „Brüder, 15.08.2026“ und „Unsere letzte Chance“ zu lesen. Wieder wird der Glaube erweckt, der Weg nach Europa sei über Ceuta offen. Die Aufrufe sind sowohl in Arabisch als auch in Französisch verfasst, um ein breiteres Publikum anzusprechen.

Das marokkanische Innenministerium bezeichnete die Aufrufe als gefährlich und forderte die Bevölkerung dazu auf, „verdächtigen und irreführenden Aufrufen“ nicht zu folgen. Man habe alle notwendigen Maßnahmen ergriffen, um illegale Grenzübertritte zu verhindern.

Nato-Draht, Patrouillenboote, Wasserwerfer
Vor allem auf der marokkanischen Seite der Grenze wurden die Sicherheitsmaßnahmen in den vergangenen Tagen deutlich verschärft, wie der staatliche Fernsehsender RTVE berichtete. In der Grenzstadt Fnideq errichteten die Behörden demnach zusätzliche Sperren aus Stacheldraht und Nato-Draht. Patrouillenboote überwachen laut RTVE die Küste, Wasserwerfer stehen an der Grenze bereit. Zudem gebe es zahlreiche Kontrollstellen auf den Zufahrtsstraßen.

Die Sicherheitsmaßnahmen wurden verstärkt, zahlreiche Kräfte sind im Einsatz.
Die Sicherheitsmaßnahmen wurden verstärkt, zahlreiche Kräfte sind im Einsatz.(Bild: AP/Antonio Sempere)
(Bild: AP/Antonio Sempere)
(Bild: EPA/Reduan)
(Bild: AP/Antonio Sempere)

In Ceuta sind 880 Beamte der spanischen Nationalpolizei im Einsatz, 270 mehr als noch Ende Juli. Sie werden von rund 2000 Soldaten und 700 Beamten der Polizeieinheit Guardia Civil unterstützt.

Der Ansturm vor rund zwei Wochen war beispiellos. Vor allem am 30. Juli waren Zehntausende Migranten meist schwimmend nach Ceuta gelangt. Bei dem Versuch kamen Dutzende ums Leben: Nach der jüngsten offiziellen Mitteilung Madrids wurden im Meer 83 Leichen geborgen, NGOs schätzen die Zahl der Todesopfer auf weit über hundert. Die meisten Ankömmlinge kehrten nach Marokko zurück, noch rund 5000 befinden sich in Ceuta. 

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