Drei Monate nach den schweren Vorwürfen gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen meldet sich Collien Fernandes eindringlich zu Wort – und findet klare, emotionale Worte. „Ich glaube nicht, dass ich ihm jemals verzeihen kann“, sagt Fernandes offen.
Der Grund wiegt schwer: Trotz bekannter Morddrohungen gegen sie habe Ulmen die Situation weiter angeheizt, erzählte sie in einem Interview mit der Frauenzeitschrift „Brigitte“. Ein Neuanfang ist für sie unvorstellbar. Besonders ein fehlerhaftes Statement seiner Anwälte zum ausgesetzten Gerichtsverfahren in Spanien habe das Klima verschärft. „Der Hass auf mich wurde mehr, die Morddrohungen auch“, so die 43-Jährige.
Ihre Reaktion zeigt, wie tief die Verletzung sitzt: „Wenn ich heute ein Bild von ihm sehe, muss ich seine Augen zudecken.“
Hochemotionaler Instagram-Post zum Hochzeitstag
Wie emotional die Situation für Fernandes bis heute ist, zeigt auch ein stilles, aber eindringliches Zeichen auf Instagram: Ausgerechnet an ihrem Hochzeitstag veröffentlichte sie das Bild einer Glückwunschkarte.
Darauf stand ursprünglich „Happy Wedding Day“ – doch das Wort Wedding hatte sie durchgestrichen. Daneben schrieb sie: „Heute war mein Hochzeitstag. Ab diesem Jahr nicht mehr.“ Ein Satz, der mehr sagt als viele Worte.
Anwälte sprechen von „Fehlinformation“
Die Anwälte von Christian Ulmen weisen die Vorwürfe zurück. Das besagte Statement habe auf einer Fehlinformation beruht und sei später korrigiert worden. Für Ulmen gilt die Unschuldsvermutung.

Welle der Solidarität – und der Wut
Halt findet Fernandes vor allem in ihrer Familie – und in zahlreichen Nachrichten von Frauen aus ganz Deutschland. Viele berichten ihr von eigenen Erfahrungen mit Gewalt, Angst und Verzweiflung.
Für die Moderatorin ist klar: Diese Stimmen haben gesellschaftliche Sprengkraft. „Es brodelt überall im Land. Und wir brauchen diese Wut – denn ohne sie verändert sich nichts.“
Kritik an Gesetzeslücken bei digitaler Gewalt
Besonders alarmierend findet Fernandes die aktuelle Rechtslage. Beim Thema digitale Gewalt sieht sie große Lücken.
Ein Beispiel: In ihrem Fall werde bislang lediglich wegen des Verdachts auf Körperverletzung ermittelt. Dabei geht es unter anderem um den Vorwurf, jemand habe Fake-Profile in ihrem Namen erstellt und darüber pornografische Inhalte verbreitet.
Für Fernandes ein klares Zeichen: „Offenbar weiß man in Deutschland nicht, wie man solche Taten einordnen soll.“
Klare Forderungen an Politik und Gesellschaft
Die Schauspielerin fordert Konsequenzen: mehr Aufklärung, strengere Gesetze und ein Umdenken im Umgang mit Opfern.
„Schon in der Schule muss vermittelt werden, Grenzen zu respektieren“, sagt sie. Gleichzeitig plädiert sie für einen neuen Blick auf Täter und Betroffene: „Opfer dürfen auch wütend und selbstbewusst sein. Täter können trotzdem sympathisch wirken.“
Auszeichnung für Engagement
Für ihren jahrelangen Einsatz gegen Deepfake-Pornografie und sexualisierte Gewalt wird Collien Fernandes am 8. Oktober 2026 mit einem Sonderpreis beim „Brigitte“-Award geehrt.
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