Rettungseinsatz

Lignano: 19 Österreicher erlitten Hitzschlag

Ausland
23.06.2026 12:00
Porträt von krone.at
Von krone.at

Ausreichend Wasser trinken, sich nicht verausgaben, pralle Sonne meiden und zwischendurch Abkühlung suchen. So lauten die wichtigsten Tipps, um Hitzewellen, wie sie derzeit halb Europa durchlebt, zu überstehen. Diese Hinweise dürften 19 österreichische Jugendliche im norditalienischen Badeort Lignano Sabbiadoro weitgehend ignoriert haben – mit schweren Folgen!

Die Jugendlichen im Alter von 15 und 16 Jahren waren nach ihrer Ankunft auf einem Campingplatz in dem Urlaubsort unmittelbar an den Strand gegangen und hatten dort den gesamten Tag verbracht. Nach Angaben der Regionalzeitung „Messagero Veneto“ hielten sie sich ohne ausreichenden Sonnenschutz in der Sonne auf und nahmen zudem zu wenig Flüssigkeit zu sich.

Die Rettungsleitstelle entsandte nach einem Notruf zwei Krankenwagen aus Lignano Sabbiadoro und Latisana sowie ein Notarztfahrzeug. Insgesamt waren acht Einsatzkräfte vor Ort. Bei deren Eintreffen zeigten noch 13 Jugendliche Symptome, die auf einen Hitzschlag hindeuteten.

Symbolbild
Symbolbild(Bild: Luca - stock.adobe.com)

Neun Jugendliche mit deNeun Jugendliche wurden zur Beobachtung und Rehydrierung in die Erste-Hilfe-Station in Lignano gebracht. Nach Angaben der Rettungskräfte wiesen sie eine deutlich erhöhte Körpertemperatur auf. Bei sechs weiteren Betroffenen hatten sich die Beschwerden bereits gebessert. Sie konnten in ihre Unterkunft zurückkehren. Über den weiteren Gesundheitszustand der Jugendlichen wurden keine Angaben gemacht.

Was im Notfall zu tun ist

Unter einem Hitzenotfall versteht man etwa einen Hitzschlag oder einen Sonnenstich. Symptome sind Kopfschmerzen, Übelkeit, hochroter Kopf, erhöhte Körpertemperatur, Schwindel, Schüttelfrost oder Krämpfe.

Das Rote Kreuz empfiehlt: Die betroffene Person in den Schatten bringen oder Schatten erzeugen, etwa mit einer Alu-Rettungsdecke. Alkohol- und koffeinfreie Getränke – Wasser, Tee, ungesüßte Fruchtsäfte – zu trinken geben. Kopf und Nacken mit feuchten Tüchern kühlen. Person in eine angenehme Position mit erhöhtem Oberkörper bringen, bei Kreislaufproblemen auf den Boden legen und Beine hochlagern. Wenn sich der Zustand nicht rasch bessert, Arzt bzw. Ärztin kontaktieren oder Notruf wählen.

Außergewöhnliche hohe Temperaturen für Ende Juni
Italien ist derzeit mit einer Hitzewelle konfrontiert. Nach Angaben von Meteorologen sorgt eine subtropische Hochdrucklage mit heißer Luft aus Nordafrika für außergewöhnlich hohe Temperaturen. Besonders betroffen sind die norditalienische Ebene des Flusses Po, die Binnenregionen Mittelitaliens sowie Sardinien. Dort liegen die Temperaturen teilweise bis zu zehn Grad über den für Ende Juni üblichen Durchschnittswerten.

Entspanntes Sitzen in Schanigärten und Cafés sieht anders aus.
Entspanntes Sitzen in Schanigärten und Cafés sieht anders aus.(Bild: AFP/STEFANO RELLANDINI)

Am Dienstag erließ das italienische Gesundheitsministerium Hitzewarnstufe Rot in 15 Städten – darunter Mailand und Rom. Es könnten durchaus weitere Städte hinzukommen. Die Bevölkerung wurde gebeten, zu den heißesten Tageszeiten nicht ins Freie zu gehen, leichte Kost zu sich zu nehmen und sich immer wieder mit Wasser abzukühlen.

Mailand mit höchster Zahl an Hitzetoten in Europa
Nach europäischen Schätzungen wurden im vergangenen Jahr mehr als 16.000 Todesfälle in der Europäischen Union mit extremen Temperaturen in Verbindung gebracht. Italien war mit über 4500 hitzebedingten Todesfällen besonders stark betroffen. Mailand verzeichnete mit mehr als 1100 Opfern die höchste Zahl hitzebedingter Todesfälle unter den europäischen Großstädten. Während einer besonders intensiven Hitzewelle wurden dort innerhalb von nur zehn Tagen mehr als 300 zusätzliche Todesfälle registriert.

„Hitze wird oft als stiller Killer bezeichnet, weil ihre Auswirkungen nicht sofort sichtbar sind“, sagte der Hygieniker Fabrizio Pregliasco von der Universität Mailand. Extreme Temperaturen führten jedoch zu deutlich mehr Krankenhauseinweisungen, gesundheitlichen Komplikationen und Todesfällen. Entscheidend seien deshalb Prävention, eine gute Information der Bevölkerung sowie der Schutz besonders gefährdeter Menschen.

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