Bei den hochsommerlichen Temperaturen tut ein Sprung in die kühle Sattnitz immer gut. Aktuell gibt es noch kein Badeverbot an der Sattnitz, es werden laufend Wasserproben genommen. Trotzdem ist der Abfluss des Wörthersees kein Badegewässer.
Wenn die Temperaturen in Kärnten in den Hochsommermonaten die 30-Grad-Marke überschreiten, suchen viele Menschen nach Möglichkeiten, sich rasch und unkompliziert abzukühlen. Neben den bekannten Strandbädern am Wörthersee erfreut sich dabei seit Jahrzehnten auch die Sattnitz großer Beliebtheit. Der einzige natürliche Abfluss des Wörthersees zieht sich auf einer Länge von rund neun Kilometern durch das Klagenfurter Stadtgebiet und wird von zahlreichen Einheimischen als kostenlose Erfrischung genutzt.
Sattnitz oft kein Badegewässer
Offiziell ist die Sattnitz jedoch kein Badegewässer. Dennoch finden sich an heißen Tagen immer wieder Familien und Jugendliche entlang des Flusses ein, um der Hitze zu entkommen. In den vergangenen beiden Jahren sorgte allerdings eine deutlich erhöhte Keimbelastung für Schlagzeilen. Messungen hatten eine starke Konzentration von Enterokokken ergeben – Bakterien, die auf fäkale Verunreinigungen hinweisen und insbesondere für Kinder sowie Menschen mit geschwächtem Immunsystem gesundheitliche Risiken bergen können. In der Folge musste die Sattnitz zeitweise für den Badebetrieb gesperrt werden.
Heuer blieb eine solche Warnung bislang aus. Die Wasserqualität wird weiterhin regelmäßig kontrolliert. Klagenfurts Bürgermeister Christian Scheider betont, dass laufend Wasserproben entnommen werden. „Auf eigene Gefahr kann sich jeder abkühlen“, erklärt er. „Zudem wurde die Aufstauvorrichtung im Mündungsbereich des Viktringerbachs erneut eingesetzt. Diese dient eigentlich dazu, Wasser für landwirtschaftliche Flächen zurückzuhalten, wird von Badegästen aber ebenfalls genutzt.“
Ebenthaler Kalmusbad ist 90 Jahre alt
Die einzige offizielle Badeanstalt an der Sattnitz befindet sich im Gemeindegebiet von Ebenthal. Das Kalmusbad blickt mittlerweile auf eine 90-jährige Geschichte zurück und gilt für viele Besucher als Geheimtipp abseits der großen Badeseen. Bürgermeister Christian Orasch verweist auf die lange Tradition der Anlage. Das Bad sei an die Familie Ehart verpachtet worden und verfüge neben einem Gasthaus auch über 15 Badehütten. Für die Nutzung wird ein kleiner Eintrittsbeitrag eingehoben. Gerade für Familien und Stammgäste sei das Kalmusbad eine beliebte Alternative zu den oft stark frequentierten Strandbädern am Wörthersee.
Ein wesentliches Problem der Sattnitz liegt in ihrer geringen Fließgeschwindigkeit. Der Fluss weist nur eine schwache Strömung auf, auch der Wasserstand ist meist niedrig. Dadurch kann sich die Wasserqualität rasch verändern. „Davon hängt auch die Keimbelastung ab“, erklärt Birgit Trattler, Leiterin des Klagenfurter Gesundheitsamtes. Besonders kritisch sei derzeit der Bereich beim Stadion. Dort komme die Sattnitz nahezu zum Stillstand. Fehlende Wasserbewegung begünstigt die Ansammlung von Keimen und erschwert den natürlichen Reinigungseffekt des Gewässers.
Renaturierung bringt mehr Strömung
Die Situation wird sich jedoch verbessern. Im Rahmen der europäischen Renaturierungsmaßnahmen soll künftig auch die Sattnitz ökologisch aufgewertet und naturnäher gestaltet werden. Ziel ist es, Gewässer wieder stärker in ihren natürlichen Zustand zurückzuführen. „In spätestens einem Monat ist das Gesetz fertig“, betont Scheider.
Experten erwarten, dass dadurch auch die Fließgeschwindigkeit erhöht werden soll. Eine bessere Wasserzirkulation würde nicht nur der Gewässerökologie zugutekommen, sondern könnte langfristig auch die Wasserqualität verbessern. Für die Badegäste wäre das ein zusätzlicher Gewinn.
Bis dahin bleibt die Sattnitz ein beliebter Ort zur spontanen Abkühlung. Trotz ihrer Herausforderungen bietet sie an heißen Sommertagen eine willkommene Alternative zu überfüllten Badeanlagen – vorausgesetzt, die Wasserqualität stimmt und die nötige Vorsicht.
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