Ein Fernduell mit Argentiniens Superstar Lionel Messi um den Torrekord? Davon wollte Kylian Mbappe nach seinem nächsten Gala-Auftritt bei dieser Fußball-WM überhaupt nichts wissen. „Nein, da gibt es keinen Wettstreit. Leo hat schon immer Tore geschossen, er schießt sie jetzt und wird sie auch weiterhin schießen. Ich schaue nicht darauf, was er macht“, stellte Frankreichs Stürmerstar nach dem 3:0 gegen den Irak klar.
Die Fußball-Welt verfolgt den Zweikampf der beiden Ausnahmestürmer hingegen umso aufmerksamer. „Die Jagd ist eröffnet“, titelte die L‘Equipe nach Mbappés Doppelpack im Wetterchaos von Philadelphia und schrieb mit Blick auf das Unwetter, das für eine rund zweistündige Verzögerung gesorgt hatte: „Der Blitz schlug dreimal ein“.
Mbappe nur zwei Tore hinter Messi
Der Kampf um die Spitze der ewigen WM-Torschützenliste nimmt immer mehr Fahrt auf. Auf Messis Doppelpack gegen Österreich antwortete Mbappe prompt mit zwei eigenen Treffern. Der Argentinier führt die Rangliste mit 18 WM-Toren an, Mbappé liegt nur noch zwei Treffer dahinter – und hat mit 27 Jahren im Vergleich zum ab Mittwoch 39-jährigen Messi die Zeit auf seiner Seite.
Dass der Angreifer von Real Madrid die Bestmarke irgendwann erreichen wird, darin sind sich fast alle einig. Messi bestreitet in den USA seine sechste und letzte WM, während Mbappe noch mindestens ein weiteres Turnier vor sich haben dürfte. Vom Kampf um die Torjägerkrone wollte der Franzose dennoch nichts wissen. „Ich denke nicht an den Titel des Torschützenkönigs. Ich habe bei Weltmeisterschaften immer Tore geschossen, also mache ich mir darüber keine Sorgen“, sagte er – und wirkte angesichts der zahlreichen Fragen zum Rekordthema eher genervt als geehrt.
Deschamps attestiert eine „weltweite Aura“
Als Mbappe am Montagabend den pitschnassen Rasen verließ, erhob sich das ganze Stadion. Nicht nur die französischen Fans schwenkten ihre Fahnen, auch die irakischen Anhänger feierten den Ausnahmespieler. „Rekorde sind da, um gebrochen zu werden“, sagte Trainer Didier Deschamps nach Abpfiff. Frankreichs Erfolgsarchitekt attestierte seinem Schützling eine „weltweite Aura. Es gibt Kritik, er sei egoistisch, aber das ist nicht, wer er ist. Er ist ein großes Vorbild für den Rest der Mannschaft.“
Deschamps beschrieb Mbappes Rolle pragmatisch: „Kylian ist hier, um Tore zu schießen. Das hat er gemacht.“ Mit seiner Explosivität und seinen Tiefenläufen ist Mbappe immer eine Bedrohung für die gegnerische Abwehr. Selbst wenn Frankreich nicht gut spielt – so wie phasenweise gegen den Irak und davor eine Halbzeit gegen Senegal – kann er mit einem Sprint oder einer Einzelaktion ein Spiel entscheiden.
Keine WM ohne vier Tore
Der Mann aus dem Pariser Vorort Bondy debütierte 2017 für die Nationalmannschaft. Bei der WM 2018 in Russland spielte der damals 19-Jährige eine Schlüsselrolle auf dem Weg zum Titelgewinn und erzielte vier Tore. Acht weitere Treffer folgten vier Jahre später in Katar, wo Frankreich das Finale gegen Messis Argentinier nach drei Mbappe-Toren im Elfmeterschießen verlor. In den USA erzielte Mbappe in den ersten beiden Spielen vier Tore.
Sechs weitere Spiele könnten für Frankreich bei dieser WM noch anstehen, falls die Equipe Tricolore tatsächlich das Finale erreicht. „Er ist nicht zu stoppen. Wenn man den Ball verliert, dann zerstört einen Mbappe. Messi trifft, Haaland trifft, Mbappe trifft. Das wird ein guter Wettkampf um die Torjägerkrone“, schwärmte Iraks Trainer Graham Arnold.
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