Gemeingefährdung?

Pkw crasht Zug: Ermittlungen nach großem Unglück

Kärnten
20.06.2026 12:41

Eine 79-jährige Lenkerin verirrte sich mit ihrem Pkw auf die Bahngleise in der Nähe von Velden am Wörthersee (Kärnten). Ihr Auto wurde von einem Passagierzug gerammt und 300 bis 400 Meter mitgeschleift – mehr als 80 Passagiere mussten evakuiert werden. Nun ermittelt die Polizei wegen fahrlässiger Gefährdung des Gemeinwohls.

Die 79-Jährige war mit ihrem Pkw am Bahnhof Lind-Rosegg in der Nähe von Velden am Wörthersee unterwegs, als sie mit ihrem Auto auf die Gleise geriet. Wie das passieren konnte, erklärt die Landespolizeidirektion: „Die Pensionistin hat den Zugang zu den Gleisen für eine Einbahnstraße gehalten. Sie dachte, dass sie zu einer Unterführung kommen würde, und schlug somit den Weg ein.“ 

Unfallvorhergang geklärt
Doch schnell ist sie mit dem Auto wegen des Höhenunterschieds zum Gleis aufgesessen und der Wagen dort hängengeblieben. Zum Glück konnte sich die Frau aus dem Auto noch retten, denn schon bald raste ein Passagierzug mit 86 Menschen heran. Die 79-Jährige versuchte noch, den Lokführer mit Handzeichen zu warnen, doch vergeblich. Der Zug rammte das Auto und riss es 300 bis 400 Meter mit. In weiterer Folge begann der Wagen zu brennen. 

Was bedeutet Gemeingefährdung?

Das Gemeinwohl ist dann gefährdet, wenn jemand, sei es absichtlich oder unabsichtlich, gefährliche Situationen herbeiführt und mehrere Menschen davon betroffen sind. Es können hohe Haftstrafen drohen.

Nun ermittelt die Polizei wegen fahrlässiger Gefährdung des Gemeinwohls gegen die Lenkerin. Auch die Höhe des Schadens wird derzeit eruiert. „Die beschädigte Lok wurde bereits abtransportiert und wird kommende Woche begutachtet“, berichtet der Sprecher der ÖBB, Herbert Hofer.

Der Pkw wurde zerstört. Auch der Zug wurde während des Unfalls beschädigt.
Der Pkw wurde zerstört. Auch der Zug wurde während des Unfalls beschädigt.(Bild: Thomas Hude)
Im Einsatz standen die Freiwillige Feuerwehr Lind ob Velden, Rosegg, Velden und Wernberg.
Im Einsatz standen die Freiwillige Feuerwehr Lind ob Velden, Rosegg, Velden und Wernberg.(Bild: Thomas Hude)

Laut ihm gab es auch schon Absprachen mit der Versicherung der Frau. „Die ÖBB trifft in diesem Fall keine Schuld. Wir können nichts dafür, wenn jemand nicht versteht, dass man auf einem Bahnsteig nicht fahren darf“, meint Hofer. 

Laut ihm sind solche Ereignisse besonders auch für Lokführer prägend. „Wenn plötzlich ein Tier, Mensch oder ein Gegenstand auf den Gleisen ist, können bleibende psychische Schäden entstehen“, so Hofer. „Viele packen das nicht, gehen lange in Krankenstand.“

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