Immer mehr Gemeinden rufen zum Wassersparen auf, Landwirte kämpfen mit verdorrten Wiesen und Ernteausfällen. Auch Fischzüchter stoßen zunehmend an ihre Grenzen.
Das Wasser wird knapp. Immer mehr Gemeinden rufen bereits zum sparsamen Umgang mit der Ressource auf. Teils drohen bei Wasserverschwendung sogar Strafen.
Besonders hart trifft die anhaltende Trockenheit jedoch die Landwirtschaft. Bauern rechnen mit massiven Ernteausfällen. Auch für Weideviehhalter und Fischzüchter spitzt sich die Lage zu. Erste Maßnahmen wurden bereits gesetzt. „Die Situation auf den Almen ist prekär“, sagt Josef Obweger, Obmann des Kärntner Almwirtschaftsvereins. Besonders sonnseitige Almen seien bereits stark ausgetrocknet. „Das Weidevieh hat kein Futter mehr und auch das Wasser wird knapp.“ In Oberkärnten mussten Almbauern deshalb ihr Vieh bereits vorzeitig ins Tal bringen. „Das ist sehr schlimm, denn auch dort sind Wiesen vertrocknet.“
Viele Bauern greifen bereits auf Wintervorräte zurück. Doch auch beim Futter könnte es heuer Engpässe geben. Besonders der Futtermais leidet unter der Trockenheit. „Wir warten auf einen gleichmäßigen Regen. Sollte dieser kommen, könnten sich die Pflanzen noch erholen“, zeigt sich Erich Roscher, Pflanzenbaudirektor und Leiter des Referates für pflanzliche Produktion bei der Landwirtschaftskammer Kärnten, vorsichtig optimistisch. Die aktuelle Situation sei jedoch nicht erst durch die Hitzewochen entstanden: „Bereits seit Jahresbeginn messen wir zu wenig Niederschlag. Die Hitzewelle ist nun der Höhepunkt.“
Das Weidevieh hat kein Futter mehr und auch das Wasser wird knapp. Almbauern treiben besonders in Oberkärnten ihr Vieh deswegen schon ab.
Josef Obweger, Obmann des Kärntner Almwirtschaftsvereins
Warme Teiche führen zu Fischentnahmen
Die hohen Temperaturen setzen auch Fischzüchtern zu. „Wir züchten im Lavanttal Saiblinge und Forellen“, erzählt Stefanie Marzi. Besonders die Forellen seien auf das Wasser aus dem Bach angewiesen. Doch dieses erwärme sich zunehmend. „Wegen des geringen Sauerstoffgehalts mussten wir bereits Fische entnehmen und setzen derzeit keine neuen mehr nach“, sagt die Züchterin.
Ähnlich ist die Situation bei Gaby Hofer von der Fischzucht Feld am See in Oberkärnten. „So etwas wie heuer haben wir noch nie erlebt“, schildert sie und hofft auf einen baldigen Wetterumschwung.
Anpassungen in der Landwirtschaft und mehr Bewusstsein
Hitzewellen wie diese werden künftig häufiger auftreten. Wenn selbstverständliche Lebensgrundlagen wie Wasser knapp werden, muss sich auch die Landwirtschaft anpassen. Gleichzeitig wächst das Bewusstsein für den Wert der Ressource. Während viele Gemeinden derzeit zum Wassersparen aufrufen, haben Griffen und Köttmannsdorf bereits Verordnungen erlassen. „Der Wasserverbrauch ist höher, als die Quellen hergeben“, sagt Griffens Bürgermeister Josef Müller. Die Trinkwasserversorgung sei aber gesichert: „Die Hochwasserbehälter werden regelmäßig aufgefüllt.“
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