Jahrelang gejagt
Neuseelands tödlichste Katze „Nine Lives“ erlegt
Dass putzige Stubentiger im Freigang den einen oder anderen Vogel erlegen, ist auch hierzulande nicht ungewöhnlich. Doch in Neuseeland stellen verwilderte Katzen eine Bedrohung für das dortige Ökosystem dar. Ein besonders tödliches Exemplar namens „Nine Lives“ ging es nun an den Kragen.
Es mag für uns tierliebende Mitteleuropäer geradezu absurd erscheinen, doch in Neuseeland stehen verwilderte Katzen auf der Abschussliste. Zwar sorgt dies immer wieder auf für Kritik, doch angesichts des Schadens, welchen die Tiere an den dortigen Populationen von (Wasser-)Vögeln, Reptilien und kleineren Säugetieren anrichten, relativieren sich die Gegenstimmen oft.
Abschussprämien für Schulkinder
Und die einstigen Haustiere sind nicht alleine, wenn es um ihre Eindämmung geht. Denn auch Ratten, Marder und kleinere Beutelräuber sind im Visier der Jäger. Sogar für Schulkinder werden Wettbewerbe mit Abschussprämien veranstaltet. Hierzulande undenkbar – im rauen Inselstaat zwar auch nicht unumstritten, aber inzwischen durchaus verbreitet.
Da Katzen in Neuseeland keine einheimische Art sind, zeigen die Vögel oft wenig bis gar kein Fluchtverhalten und sind leichte Beute. Zudem brüten unzählige Arten am Boden oder sind sogar flugunfähig.
Ein besonders tödliches Exemplar der Felis catus jagte im Norden der Halbinsel Purerua. Der getigerte Kater soll im Alleingang 15 bis 20 Exemplare einer stark gefährdeten Entenart erlegt und somit fast zu deren Aussterben geführt haben. Seit Jahren scheiterten Einfang- und Abschussversuche, weshalb man der Katze den Namen „Nine Lives“ verpasst hatte.
Jahrelange Jagd nach „Nine Lives“
Auch den Nationalvogel Kiwi hatte „Nine Lives“ auf dem Speiseplan, wie Aufnahmen von Wildkameras dokumentierten. Erstmals gesichtet wurde die Katze 2023, es folgten Jahre, in denen die Wildhüter versuchten, dem Tier habhaft zu werden – vergebens.
„Das Tier agierte so scheu und ablehnend gegenüber dem Menschen, dass es uns immer wieder entkam“, sagte der Andrew Mentor, Koordinator der NGO Pest Free Purerua zu CNN-Reporterin Antoinette Radford. In letzter Zeit hatte das Tier allerdings den tödlichen Fehler begangen, mehrfach denselben Ort aufzusuchen, was sein Schicksal besiegelte, sagt er. „Am Ende haben wir ihn an seinem Futterort gefunden, wo wir ihn aus dem Verkehr ziehen und erschießen konnten.“
Tod der Katze „fantastisches Ergebnis“
Den Tod der Katze bewertete die NGO als „fantastisches Ergebnis“, auf Social Media führte dies hingegen zu empörten Reaktionen. Teils gab es sogar in Neuseeland Kritik. Es hätte auch andere Methoden als das Erschießen von „Nine Lives“ gegeben, hieß es.
Dem Tigerkater wird jetzt jedenfalls noch ein zehntes Leben geschenkt: „Nine Lives“ soll zuerst obduziert werden, um seinen Speiseplan zu analysieren. Danach soll er ausgestopft und im Nationalmuseum ausgestellt werden.









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