Flughafen Leipzig
Das ist bisher über die Sprengstoff-Drohne bekannt
Nach dem Fund einer Drohne mit Sprengstoff herrschte am Donnerstag weiter Ausnahmezustand am Flughafen Leipzig. So blieb etwa die nördliche Landebahn gesperrt. Zwischenzeitlich standen ungefähr 20 Polizeifahrzeuge in unmittelbarer Nähe, wie deutsche Medien berichteten. Nach und nach werden Details über den Vorfall bekannt.
Wie berichtet, wurde die Drohne mit einem Sprengsatz in der Nacht auf Mittwoch nahe einer ukrainischen Transportmaschine am Flughafen Leipzig entdeckt. Spezialisten der Polizei entschärften die Sprengvorrichtung. Inzwischen ist bekannt, dass der Sprengstoff hochexplosiv war. Die Drohne sei neben einem „Antonow“-Frachtflugzeug gestanden, das mit militärischer Munition beladen gewesen sei, berichteten deutsche Medien wie die „Bild“ am Donnerstag. Demnach wurde die Ladung kurz zuvor von Frankreich nach Leipzig gebracht, dort sollte sie dann weitertransportiert werden.
Über den deutschen Flughafen werden regelmäßig militärische Transporte für das Militärbündnis NATO abgewickelt. Wer hinter dem mutmaßlichen Anschlagsversuch steckt, ist bisher unklar. Fachleute vermuten Russland hinter dem Drohnen-Vorfall. Der Fund passe „ins Schema der russischen hybriden Angriffe gegen Deutschland“, sagte Nico Lange, Direktor des Instituts für Risikoanalysen und Internationale Sicherheit.
So geht es weiter
In der Nacht auf Mittwoch war zudem ein Frachtflugzeug mit einem unbekannten Flugobjekt zusammengestoßen. Die Maschine musste durchstarten und landete schließlich in Hannover. Ob es sich hier ebenfalls um eine Drohne handelte, war am Donnerstagmittag laut deutschen Medien weiter unklar. Die Suche nach dem Objekt wurde fortgesetzt.
„Das alles deutet nicht auf amateurhaftes Vorgehen hin. Wir reden hier von einer professionellen hybriden Bedrohungslage, mit der wir uns weiter auseinandersetzen müssen“, sagte Deutschlands Innenminister Alexander Dobrindt (CSU). Er hatte seinen Sommerurlaub unterbrochen, um zu einer Lagebesprechung zu kommen, an der unter anderem Vertreterinnen und Vertreter der Sicherheitsbehörden von Bund und Ländern teilnahmen. Mit hybriden Angriffen sind Attacken im Verborgenen gemeint, die nicht auf direkte Konfrontation abzielen, sondern Verunsicherung schaffen sollen.
Nach den Vorfällen war der Flugbetrieb vorübergehend gesperrt worden. Am Donnerstag waren wieder Flugzeuge unterwegs, allerdings eingeschränkt, da die Südpiste für die Ermittlungen noch gesperrt war. Der Nordbereich ist seit Donnerstag um kurz vor 2 Uhr (nachts) geöffnet.










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