„Zur Entlastung“

Ministerin will 500 Häftlinge auf einmal entlassen

Innenpolitik
19.06.2026 13:26
Porträt von krone.at
Von krone.at

Ob das die Lösung ist? Justizministerin Anna Sporrer (SPÖ) plant die Entlassung von 500 Häftlingen aus Österreichs Gefängnissen – zur Entlastung, wie es heißt. Wer wegen eines Sexual-, Terror- oder schweren Gewaltdeliktes einsitzt, ist davon allerdings ausgenommen. 

Das Ministerium arbeite an „Maßnahmen, um eine einmalige Haftentlassung zu bewerkstelligen“, sagte Sporrer dort. „Das betrifft Personen, die sich im Strafvollzug etwa bei Freigängen bewährt haben.“

„Sexual-, Terror- oder schwere Gewaltdelikte sind natürlich ausgeschlossen“, beruhigte sie. Laut Ministerium ebenfalls von der Maßnahme ausgeschlossen sein sollen Insassinnen und Insassen, die aufgrund von Delikten nach dem Verbotsgesetz hinter Gittern sind, sowie gefährliche Rückfalltäter. Auch Personen in elektronisch überwachtem Hausarrest kämen dafür nicht infrage, hieß es dazu aus dem Ministerium, das damit einen Bericht des „Kurier“ bestätigte. 

„Sicherheit der Bevölkerung bleibt gewahrt“
Die Entlassung sei auch an die erfolgreiche Absolvierung von Lockerungs- und Resozialisierungsschritten geknüpft. „Die Sicherheit der Bevölkerung bleibt durch diese Maßnahme gewahrt, bei der im Einzelfall selbstverständlich alle Sicherheitsaspekte geprüft werden“, ergänzte die Sprecherin. „Der Vorschlag des Bundesministeriums für Justiz für eine einmalige vorzeitige Entlassung ist derzeit noch in Vorbereitung innerhalb der Bundesregierung. Bei den genannten Zahlen handelt es sich um derzeitige Schätzungen“, wurde auf Anfrage mitgeteilt.

Justizministerin Anna Sporrer (SPÖ) will Österreichs Haftanstalten entlasten – durch die ...
Justizministerin Anna Sporrer (SPÖ) will Österreichs Haftanstalten entlasten – durch die Freilassung von 500 Gefangenen.(Bild: APA/HARALD SCHNEIDER)

Zuletzt immer wieder Kritik an Überbelag
Aktuell befinden sich 9124 Häftlinge in den österreichischen Gefängnissen (Stand 1. Juni 2026). Sporrers Vorschlag würde demnach für eine Reduktion des Belags um rund 5,5 Prozent sorgen.

Wie berichtet, verzeichnete das Justizministerium zuletzt wieder einen Anstieg der Belagszahlen. Mit Stichtag 1. Juni lag die Auslastung der Gefängnisse bei 108,34 Prozent. Die Volksanwaltschaft, aber auch die GÖD-Justizwachegewerkschaft hatten in der Vergangenheit immer wieder Alarm aufgrund der Situation im Strafvollzug geschlagen. Sporrer hatte im Februar ein breites Maßnahmenbündel zur Entlastung der Haftanstalten angekündigt.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung