Militärgeheimdienst:

Nordkorea baut Raketeneinheit in Russland auf

Außenpolitik
05.08.2026 11:13
Porträt von krone.at
Von krone.at

Nordkorea wird Russland eine Raketeneinheit für den Krieg in der Ukraine zur Verfügung stellen. Das berichtete Andrij Tschernjak vom ukrainischen Militärgeheimdienst. Demnach werden 120 ballistische Raketen und etwa 90 nordkoreanische Streitkräfte erwartet.

Eine Schwachstelle der Ukraine ist der Mangel an modernen Flugabwehrsystemen. Das versucht der Kriegsgegner Russland durch den verstärkten Einsatz ballistischer Raketen auszunutzen, da diese besonders schwer abzufangen sind. Erst in der Nacht auf Mittwoch haben die russischen Streitkräfte diese Raketen bei einem Angriff auf Kiew und die Umgebung eingesetzt. Die ukrainische Flugabwehr teilte mit, keine abgefangen zu haben. Bei den Drohnen seien hingegen 98 von 115 abgefangen worden.

„Abfangmunition für ballistische Raketen hätte die Leben derjenigen retten können, die heute getötet wurden“, schrieb der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in sozialen Medien. Die Partner der Ukraine müssten verstehen, dass jede verspätete Lieferung, jede Weigerung, Raketenabwehr bereitzustellen, zu Tod und Zerstörung führe. Bei den jüngsten Attacken wurden mindestens 17 Menschen getötet und 44 verletzt. Erst in der Nacht auf Samstag hatte das russische Militär Kiew mit ballistischen Raketen beschossen. Dabei wurden mindestens neun Menschen getötet und mehr als 30 verletzt.

Größere Reichweite als russisches Äquivalent
Nordkoreanische Raketen vom Typ KN-23 und KN-24 haben eine größere Reichweite und eine höhere Nutzlast als das russische Äquivalent Iskander. Sie sind laut dem ukrainischen Militär aber ungenauer und werden mit Angriffen mit hohen zivilen Opferzahlen in Verbindung gebracht. Die russischen Streitkräfte setzen diese Raketen seit Ende 2023 ein.

Die Führungen Russlands und Nordkoreas haben 2024 einen gegenseitigen Verteidigungspakt geschlossen. Nordkorea hat seither Millionen von Artilleriegranaten für den Krieg in der Ukraine geliefert. Zudem sind etwa 9500 nordkoreanische Soldatinnen und Soldaten in der Region Kursk, die an die Ukraine grenzt.

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