AKW braucht Kühlwasser

Ungarn hofft auf viel Regen in Österreich

Ausland
05.08.2026 14:09

Offenbar haben ein paar Millimeter entschieden, dass die letzte noch in Betrieb befindliche Turbine im ungarischen AKW Paks weiter am Netz gehalten werden konnte. Nun blickt ganz Ungarn gebannt nach Österreich, wo am Donnerstag auch im Donauraum Regenfälle erwartet werden.

Ungarns Regierungschef Péter Magyar hat sich am Dienstag zum betroffenen Kernkraftwerk begeben und eine Pressekonferenz abgehalten. „Das Schlimmste konnten wir abwenden, aber die Situation bleibt wegen der Hitze und der Dürre weiterhin angespannt. Derzeit befinden wir uns drei Zentimeter über dem kritischen Level“, lautete die wichtigste Botschaft. Wie berichtet, konnten Kraftwerksingenieure den Kühlwasserbedarf des AKW senken und somit eine komplette Abschaltung in allerletzter Sekunde vereiteln.

Die Menge des Kühlwassers im dafür vorgesehenen Becken des AKW Paks hat einen kritischen Wert ...
Die Menge des Kühlwassers im dafür vorgesehenen Becken des AKW Paks hat einen kritischen Wert erreicht, nur noch eine Turbine ist in Betrieb.(Bild: AFP/ATTILA KISBENEDEK)

Ab Donnerstag wird es spannend
Nun hofft man im Nachbarland auf ergiebige Regengüsse im Donauraum, damit der Strom wieder anschwillt und das dringend benötigte Kühlwasser in die Becken des AKW Paks spült. Tatsächlich werden bereits am heutigen Mittwoch zum Teil heftige Unwetter in den Alpen und im Waldviertel erwartet, Donnerstag breiten sich diese auch auf Oberösterreich, Niederösterreich und Wien aus. Auch der Freitag beginnt in den östlichen Landesteilen trüb und nass.

Entscheidend ist allerdings nicht allein, wie viel Regen in Österreich fällt, sondern auf welcher Fläche und in welchen Einzugsgebieten. Allerdings erreicht das Wasser Ungarn und den Raum Paks erst mit mehreren Tagen Verzögerung, zudem wird ein Teil des Regens zunächst vom ausgetrockneten Boden aufgenommen oder verdunstet.

Reichen Regenfälle in Österreich überhaupt aus?
Für einen nachhaltigen Anstieg des Donaupegels wäre laut Experten ein großflächiger, mehrtägiger Niederschlag in den für die Donau wichtigen Einzugsgebieten Österreichs nötig. Besonders wichtig sind dabei auch die Zuflüsse Inn, Enns und Traun. Da für Bayern derzeit kaum Regen prognostiziert wird, könnte der Beitrag aus Österreich allein nur begrenzt ausreichen, um die Wasserführung der Donau dauerhaft zu stabilisieren. Das Schicksal des ungarischen Atomkraftwerks könnte also in mehreren Hundert Kilometern Entfernung entschieden werden, denn in Ungarn selbst werden auch in den kommenden Tagen keine nennenswerten Niederschläge erwartet.

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