Wasserstand zu niedrig

Voestalpine hat Güterverkehr auf Donau eingestellt

Oberösterreich
05.08.2026 12:00

Der Linzer Stahlriese Voestalpine hat den Transport von Materialien in seine Werke über die Donau wegen des niedrigen Wasserstandes derzeit vollständig auf die Schiene umgestellt. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres machte der Konzern aufgrund eines Einmaleffekts einen Gewinnsprung. Und 2027 soll der erste Elektrolichtbogenofen in Betrieb gehen – der Strombedarf ist groß.

„Wir haben alles auf die Schiene umgestellt“, sagt Voestalpine-CEO Herbert Eibensteiner. Der niedrige Wasserstand der Donau mache einen wirtschaftlichen Güterschiffsverkehr für den Stahlkonzern derzeit unmöglich. Die Voest transportiert jährlich rund 17 Millionen Tonnen an Materialien in ihre Werke. Der Großteil (2024 waren es fast 80 Prozent) gelangt ohnehin schon per Bahn in die Produktionsstätten. Etwa ein Fünftel wird für gewöhnlich mit Schiffen transportiert.

„Wir haben vor einigen Jahren strategisch beschlossen, dass wir für Logistikwege mehrere Möglichkeiten haben müssen – das kommt uns jetzt zugute“, sagt Eibensteiner. Zwar sei es eine „logistische Herausforderung“, dass nun alle auf die Bahn ausweichen müssen, die Verlagerung führe für die Voestalpine aber zu keinen Mehrkosten. Für die Logistik ist die Tochtergesellschaft LogServ zuständig.

Gewinnsprung durch Einmaleffekt
Anders als der Schiffsverkehr befindet sich das Konzernergebnis derzeit in ruhigen Fahrwassern. Im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres legte das operative Ergebnis (EBITDA) von 361 Millionen auf 495 Millionen Euro zu, wie die Voest am Mittwoch bekanntgab. Darin sind rund 100 Millionen Euro an Sondereffekten enthalten, unter anderem durch den Verkauf der Tochterfirma Böhler Profil, aber auch aus den fortgesetzten Reorganisationsmaßnahmen des Konzerns.

Der Umsatz stieg leicht von 3,9 Milliarden auf etwa vier Milliarden Euro. Unter dem Strich stand im ersten Quartal ein Gewinn von 196 Millionen Euro – ein Plus von 84,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Zahl der weltweit Beschäftigten ist um 1,8 Prozent auf 48.640 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gesunken. Der Rückgang resultiert hauptsächlich aus der Reorganisation in der High Performance Metals Division sowie im Geschäftsbereich Automotive Components. Für CEO Eibensteiner sind die Zahlen insgesamt „sehr solide“, in „in einem Umfeld, das von sehr großen Unsicherheiten geprägt war“, wie der Vorstandsvorsitzende betont.

Unterschiedliche Entwicklung in den Geschäftsfeldern
Die Entwicklung in den einzelnen Bereichen verlief unterschiedlich. Während der Konzern im Geschäftsbereich Railway Systems von einem Großauftrag über 470 Millionen Euro für die neue Hochleistungsstrecke Rail Baltica profitierte, blieb die Nachfrage in der Bau-, Maschinenbau- und Konsumgüterindustrie auf gedämpften Niveau. Auch das Geschäft mit der Automobilindustrie ist von dem anhaltend schwierigen Marktumfeld, insbesondere in Europa, betroffen gewesen.

Strom für Elektrolichtbogenöfen ist „gesichert“
Ein Meilenstein im kommenden Jahr ist für die Voestalpine die Inbetriebnahme von zwei Elektrolichtbogenöfen, die mit Strom statt mit Kohle und Koks „grünen“ Stahl erzeugen und zwei alte Hochöfen ablösen. Je einer davon wird in Linz sowie im steirischen Donawitz errichtet. Der Strombedarf ist groß: „Wir werden etwa 1,5 Terawattstunden mehr Energie brauchen“, sagt CEO Eibensteiner. Zum Vergleich: Ganz Oberösterreich verbrauchte laut Energiebericht 2024 rund 14 Terawattstunden. Und das neue Google-Rechenzentrum, das derzeit in Kronstorf entsteht, wird in der ersten Ausbaustufe laut einer Schätzung der Netz OÖ maximal 1,3 Terawattstunden verbrauchen.

„Die Stromversorgung ist gesichert“, sagt Eibensteiner dazu. „Das wichtige bei uns sind die Netze. Wir brauchen starke Netze, um den zyklischen Betrieb der Elektrolichtbogenöfen auch tatsächlich umsetzen zu können.“

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung