„Waren immer Freunde“

Trump und Meloni versöhnen sich bei G7-Gipfel

Außenpolitik
16.06.2026 18:33
Porträt von krone.at
Von krone.at

Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni und US-Präsident Donald Trump zeigten sich beim G7-Gipfel in Évian plötzlich wieder ganz versöhnlich. Meloni betonte sogar, die beiden seien „immer Freunde“ gewesen. Dabei hatten sie in jüngster Vergangenheit mit einigen Meinungsverschiedenheiten zu kämpfen.

Giorgia Meloni und Donald Trump haben sich am Rande des G7-Gipfels in Évian zu einem kurzen Gespräch getroffen und dabei nach Angaben italienischer Quellen eine „Klärung“ ihrer jüngsten Differenzen erzielt. Das Treffen fand während eines informellen Austauschs der Staats- und Regierungschefs statt.

Regierungschefs haben sich offenbar ausgesprochen
Das Gespräch sei ein „nützlicher Austausch“ gewesen, hieß es aus italienischen Regierungskreisen am Dienstag. Beide Seiten hätten sich darauf verständigt, die Bedeutung westlicher Geschlossenheit in einer Phase internationaler Krisen zu betonen. Meloni habe dabei erneut unterstrichen, dass Einheit „absolut notwendig“ sei. Den Angaben zufolge diente das Treffen auch dazu, offene Punkte der vergangenen Monate anzusprechen.

Meloni ganz in Gold beim G7-Gipfel
Meloni ganz in Gold beim G7-Gipfel(Bild: AFP/DOMINIQUE JACOVIDES)

Meloni: „Wir waren immer Freunde“
„Wir waren immer Freunde“, sagte Meloni laut italienischen Medien zu Trump während der Beratungen. Neben ihnen standen der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz sowie der Präsident des Europäischen Rates António Costa. Trump erwiderte scherzhaft: „Ich wurde verlassen!“ („I was abandoned!“). Meloni widersprach lächelnd: „Nein, das stimmt nicht.“

Holpriges Verhältnis
Das Verhältnis zwischen Meloni und Trump hatte zuletzt deutlich gelitten. Hintergrund waren unter anderem unterschiedliche Positionen zur US-Außenpolitik im Nahen Osten sowie zur Rolle Italiens in militärischen Fragen.  Außerdem hatte der US-Präsident die italienische Regierungschefin öffentlich scharf kritisiert, nachdem sie seine verbalen Angriffe auf Papst Leo XIV. als „inakzeptabel“ bezeichnet hatte.

Meloni als „Trump-Flüsterin“
Meloni betonte zuletzt, dass sie in Gesprächen mit Trump auch kontroverse Themen offen angesprochen habe. Freundschaft zwischen Staaten bedeute, Differenzen klar zu benennen, ohne die transatlantischen Beziehungen infrage zu stellen, hieß es aus ihrem Umfeld. Die rechte Politikerin präsentierte sich zuvor lange Zeit als Brückenbauerin zwischen Europa und den USA. Als einzige europäische Regierungschefin nahm sie an Trumps Amtseinführung in Washington teil. Oftmals wurde sie sogar wegen ihrer guten Kontakte zu dem Republikaner „Trump-Flüsterin“ genannt.

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