Lokalaugenschein in NÖ

Frau in Kopf geschossen: Christian F. am Tatort

Österreich
05.08.2026 12:45

Am Mittwoch fand in einer Wohnung im niederösterreichischen Kottingbrunn ein Lokalaugenschein statt. Mit Christian F., einem 27-jährigen Steirer, der dort am 14. Mai eine junge Frau mit drei Schüssen aus einer Kleinkaliberpistole getötet haben soll. Der Grund für das grauenhafte Verbrechen konnte auch jetzt nicht restlos geklärt werden.

Der Tatverdächtige hatte das spätere Opfer erst wenige Wochen vor dem Verbrechen über Facebook kennengelernt. Die Teilzeit-Sekretärin und er hatten einander in der Folge ein paar Mal getroffen, meist bei ihr daheim. Letztlich soll sich zwischen den beiden eine Liebesbeziehung entwickelt haben.

Mithilfe einer Puppe soll die grauenhafte Tat an dem Opfer rekonstruiert werden.
Mithilfe einer Puppe soll die grauenhafte Tat an dem Opfer rekonstruiert werden.(Bild: Mario Urbantschitsch)

Christian F. hatte – das belegen Chats – der 28-Jährigen gegenüber behauptet, er wäre der Besitzer einer florierenden Baufirma; mit Sitzen in der Steiermark und in Deutschland. Was allerdings nicht stimmte. Überhaupt: Seit Jahren scheint der Mann in einer Scheinwelt zu leben. Tatsächlich hatte er sich eingebildet, ein erfolgreicher Unternehmer zu sein – und außerdem eine feste Partnerschaft zu haben, mit einer Frau aus seiner Nachbarschaft. Was alles nicht der Wahrheit entsprach.

Viele unterschiedliche Aussagen
Die Gründe für das entsetzliche Verbrechen an der Niederösterreicherin liegen jedenfalls weiterhin großteils im Dunkeln. Der Steirer machte dazu bislang nämlich immer wieder neue Angaben. Anfangs sprach er in Verhören davon, die Frau hätte ihn wegen seiner „geringen Manneskraft“ verspottet, zuletzt fantasierte er von Mafia-Kreisen, in denen sie verkehrt hätte. Weswegen er zu seinem Besuch bei ihr am 14. Mai eine seiner Waffen mitgenommen hätte. „Zu meinem eigenen Schutz“, wie er vor der Kripo behauptete, und dass er dann die Schüsse „unabsichtlich abgegeben“ habe, „in meiner Panik, meiner Nervosität.“

Demnächst soll Christian F. von Gerichtspsychiater Manfred Walzl untersucht werden. Es besteht die Vermutung, dass er nicht nur ein „krankhafter Lügner“ sein, sondern auch an einer schwerwiegenden Persönlichkeitsstörung leiden dürfte.

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