Drohte mit „Monster“

Mann zwang Ehefrau zu Sex mit 120 Männern

Ausland
16.06.2026 17:37
Porträt von krone.at
Von krone.at

Weil er seine Ehefrau zu bezahltem Sex mit mindestens 120 Männern gezwungen hatte, ist ein 61-Jähriger in Schweden zu vier Jahren und fünf Monaten Haft verurteilt worden.

Es ist das Bild einer absoluten Horror-Ehe. Die Frau wollte ihr Leben mit ihrer großen Liebe verbringen. Doch fand sich in einem Alltag wieder, in dem sie ihr Ehemann mit Drogen und Alkohol gefügig machte. Und bedroht wurde, es werde „das Monster freigelassen“, wenn sie ihn verärgere. Aus großer Angst ließ sie Schlimmes über sich ergehen, schilderte die Staatsanwältin Ida Annerstedt zu Prozessbeginn im April.

So bot der Mann im Internet seine süchtige und verängstigte Frau zu bezahltem Sex an. Laut Anklage verdiente er damit zwischen 2022 und 2025 mehr als 500.000 schwedische Kronen (46.000 Euro). Der Ehemann habe „den Einstieg der Frau in die Prostitution“ in die Wege geleitet und auch den „Großteil der Organisation“ übernommen, stellte der Richter Johan Ahlberg in seinem Urteil fest, in dem er den Fall als schwere Zuhälterei einstufte.

„Rücksichtslos ausgenutzt“
Über Jahre habe er seine Gattin „rücksichtslos ausgenutzt“, stellte das Gericht in Härnösand am Dienstag in seinem Urteil fest. Es sprach den Mann wegen schwerer Zuhälterei, versuchter Vergewaltigung, Körperverletzung, Bedrohung und wegen eines Drogenvergehens schuldig.

Der Fall hatte in Schweden für Fassungslosigkeit und Vergleiche mit den Verbrechen gegen die Französin Gisèle Pelicot gesorgt, deren Mann sie über Jahre hinweg immer wieder betäubt und dutzenden Männern zur Vergewaltigung angeboten hatte.

Vom Vorwurf der achtfachen Vergewaltigung freigesprochen
Die Staatsanwaltschaft hatte den Mann auch wegen Vergewaltigung in acht Fällen angeklagt und zehn Jahre Haft gefordert. Von den Vergewaltigungsvorwürfen sprach der Richter ihn aber frei: In sieben Fällen sei nicht klar, ob die Frau dem Geschlechtsverkehr zugestimmt habe, und im achten Fall wisse man nicht, welche sexuellen Handlungen vollzogen worden seien.

Im Laufe der Ermittlungen waren 120 Männer identifiziert worden, die für Sex mit der Frau bezahlt hatten. 29 von ihnen konnten nach Gerichtsangaben strafrechtlich verfolgt und 28 verurteilt werden. Zwei von ihnen wurden zu Haftstrafen und der Rest zu Geld- oder Bewährungsstrafen verurteilt.

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