
Ein steirischer Jungunternehmer kämpft um viele Millionen Euro für ein PV-Projekt in Rumänien. Das Geld dürfte in dubiose politische Kanäle versickert sein. Die Grazer Gesellschaft, die das Projekt abwickelte, musste nun Insolvenz anmelden.
In diesem Wirtschaftskrimi geht es um viele Millionen Euro: Wie berichtet, wickelte der Oststeirer Julian Kalcher, der bereits mit 21 Jahren das Solar-Unternehmen Apfelland Energie gegründet hatte, über eine weitere Firma ein Großprojekt („Casa Verde“) in Rumänien ab. Rund 7000 Hausdächer wurden mit Photovoltaik-Anlagen ausgestattet.
Eigentlich fördert die EU 90 Prozent der Kosten, doch ein Großteil der 23 Millionen Euro (mit Zinsen) kam nie bei den Steirern an. Vermutet wird, dass das Geld in den rumänischen Wahlkampf floss. Kalcher kämpfte jahrelang um das Geld und erstattete im Vorjahr Anzeige bei der europäischen Staatsanwaltschaft, nationale und internationale Ermittlungen laufen.
Das in Graz ansässige, vor fünf Jahren für das Rumänien-Geschäft gegründete Unternehmen AL Corporate rutschte jetzt aber in die Insolvenz und soll nicht mehr fortgeführt werden, wie die Kreditschutzverbände AKV und KSV am Dienstag mitteilten. Die Passiva liegen bei 7,2 Millionen Euro, die Aktiva lediglich bei 53.000 Euro. Die restlichen Gesellschaften von Kalcher sind davon nicht betroffen.
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