In der Diskussion rund um Wasserqualität, Biodiversität und die Schutzwürdigkeit des Wörthersees versucht nun die Kärntner Wirtschaftskammer einen neuen Vorstoß. Konkretes fehlt zwar, aber der See solle neu eingestuft werden.
Der freie Seezugang ist oft ein strittiges Thema – besonders dann, wenn es um den größten Kärntner See, den Wörthersee, geht. Denn fast überall, wo es die Topographie zulässt, finden sich Hotels, Appartment- oder Einfamilienhäuser. Abgesehen von den Strandbädern gibt es so nur wenige Lücken.
Neue Bewertung des Wörthersees
Ebendiese Verbauung des Wörthersees macht sich jetzt die Wirtschaftskammer für eine neue Forderung zunutze. Denn der See wird rechtlich derzeit als natürlicher Wasserkörper behandelt. „Die Frage ist, ob ein See, der seit Jahrzehnten intensiv genutzt und in vielen Bereichen baulich verändert wurde, mit denselben Parametern bewertet werden soll wie ein weitgehend unberührter Natur- oder Bergsee“, kritisiert Gastronomie-Sprecher Stefan Sternad, der selbst ein Lokal am See betreibt.
Die Kammer verweist auf die Wasserrahmenrichtlinie: „Die sieht vor, Gewässer, die durch menschliche Tätigkeiten in ihrem Charakter erheblich verändert wurden, als erheblich veränderte Wasserkörper einzustufen.“ Daher wird eine Neubewertung gefordert. „Die Einstufung eines Gewässers muss die Realität widerspiegeln und darf nicht von ideologischen Vorannahmen geprägt sein“, so Sternad weiter. Auch der Lendkanal habe den See „funktional und strukturell erweitert“.
„Ein ausgewogenes Verhältnis“
Negative Effekte einer Senkung des Schutzstatus sieht die Kammer nicht: „Eine Neueinstufung als erheblich veränderter Wasserkörper würde den Gewässerschutz nicht schwächen.“ Welche konkreten Entwicklungen sich ergeben könnten, bleibt unerwähnt – es heißt nur: „Eine sachgerechte Neubewertung ist notwendig, um Gewässerschutz, Tourismus, Wirtschaft, Freizeitnutzung und Investitionssicherheit in ein ausgewogenes Verhältnis zu bringen.“
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