Von Sportstaatssekretärin Michaela Schmidt (SPÖ) am Dienstag verabschiedet, reist Österreichs Nationalteam der Volleyballerinnen am Mittwoch zur ersten EM-Teilnahme seit 55 Jahren. Weit geht es nicht, Spielort der Gruppe B von Freitag bis nächsten Mittwoch ist Brünn. Die ÖVV-Equipe hat vor einem Jahr als fünftbester Gruppenzweiter das letzte der 24 Endrunden-Tickets ergattert, tritt so in jedem Match als Außenseiter an. Im Fokus steht freilich auch die Entwicklung des Teams.
„Für die Mädels ist es ein Meilenstein“, sagte ÖVV-Präsident Gernot Leitner beim Medientermin. „Sie können locker aufspielen. Das erste Spiel werden wir wahrscheinlich verlieren, aber jeder Punkt, jeder Satz ist ein Erlebnis.“ Hinsichtlich der Auftaktpartie ist der Verbandsboss nicht Pessimist, sondern Realist. Denn der Start am Freitag (14.00 Uhr, live ORF 1) erfolgt gegen Gruppenfavorit Serbien, Nummer eins der Europa-Rangliste, aktueller Vize-Europameister, dreifacher Europameister und bei den jüngsten sieben kontinentalen Titelkämpfen immer zumindest im Semifinale.
Auch das zweite Match am Samstag (19.00) gegen Gruppen-Gastgeber Tschechien wird eine Herausforderung. Nach einem Ruhetag sollten die Ukraine am Montag, Griechenland am Dienstag und Bulgarien am Mittwoch (alle 16.00 Uhr, live ORF Sport +) etwas besser in Reichweite liegen. „Wir sind bei dieser Europameisterschaft nicht Favorit“, sagte Schwab. „Wir müssen jeden Ball mit 100 Prozent spielen, dann werden Punkte auch in unsere Richtung gehen.“ Die Top vier der Gruppe kommen ins Achtelfinale. Schwab für sein Team: „Das wäre eine Riesensensation.“
Vier Vorrunden-Spielorte
Seit 2019 werden EM-Endrunden aus kommerziellen Gründen an vier Länder vergeben. Leitner: „In der Vorrunde kann man die Hallen gut füllen.“ Fans hätten kürzere Reisewege, wie die Österreicher nach Brünn. „50 bis 60 Spiele in einem Land wären hingegen schwierig zu vermarkten.“ Beim anstehenden Titelkampf wird auch noch im Göteborger Scandinavium, in der Nationalen Gymnastik-Arena von Baku und der Istanbuler Sinan-Edrem-Arena gespielt. In der Türkei bleibt man bis zum Finale, Achtel- und Viertelfinali werden auch im Brünner Exhibition Centre ausgetragen.
Für Schwab war nach eigenen Angaben recht klar, welche Spielerinnen er in den Kader nominiert. „Das sind die besten 14, die wir in Österreich haben.“ Und auch wenn er eine auf ein Gerüst von insgesamt sechs Legionärinnen gebaute Grundsechs hat, im dichten Zeitplan soll jede ihre Momente bekommen. „Wir werden alle 14 Spielerinnen brauchen, um die Kräfte zu bündeln und Punkte zu holen.“ Die Dichte der Ansetzung sei weniger ein körperliches Problem, da kein Laktat produziert werde. „Die große Herausforderung ist die kognitive Belastung.“
Nina Nesimovic ist eine aus der Grundsechs und Legionärin bei Stal Mielec im Volleyball-Land Polen. Die Mittelblockerin führt ihr Team als Kapitänin aufs Feld und ist froh, am vergangenen Samstag in der Sport Arena Wien Deutschland als letzten EM-Testgegner gehabt zu haben. „Das war für uns sehr lehrreich und auch gut, da wir das erste Spiel gegen Serbien spielen.“ Vor dem Duell mit Idolen so mancher ÖVV-Athletin werde es „am Donnerstag schwierig sein, einzuschlafen“. Zuspielerin Dana Schmit ist aber nicht bange: „Wir sind ein cooles Team, ich sehe viel Potenzial.“
ÖVV-Team mit sechs Legionärinnen
ÖVV-EM-Kader: Zuspiel - Dana Schmit (CDA Volley Talmassons FVG/ITA/27 Jahre), Victoria Deisl (ZOK Napredak 037/SRB/26); Annahme/Außenangriff – Kora Schaberl (Chamalieres/FRA/27), Marie Bruckner (UVC Graz/22), Carmen Raab (Linz AG Steelvolleys/20), Lina Hinteregger (VB NÖ Sokol/Post/21), Julia Trunner (Graz/21); Mittelblock – Nina Nesimovic (Stal Mielec/POL/29), Aida Korman-Mehic (Sokol/Post/25), Jana Gärtner (Linz/21), Dagmar Hensel (TSV Hartberg/18); Diagonalangriff – Anamarija Galic (Gruppo Formula 3 Messina/ITA/25), Diana Vavrek (Rote Raben Vilsbiburg I/II/GER/17); Libera – Eva Stabentheiner (Sokol/Post/27)
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.